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Im deutschen Reich · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. 249

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1920-07-01
Page
249 (sequence 11)
Language
German
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249 Der CenLralverein und die jüdische Lehrerschaft haben. Wir haben sie hier zur Bekämpfung des Hasses, der allen Juden gilt, wir haben sie in kolonisatorischer Hinsicht in Palästina und überall da, wo Juden, die wandern müssen, sich nieder lassen wollen. Verax. DerCentralvereirr rrrrd die jüdische Lehrerschaft. Von Rechtsanwalt Lich tenb erg-Hannover. Zu den Ausführungen des Herrn Lehrer Steinhardt in Nr. 5 dieser Blätter scheint es mir notwendig, vom Standpunkte des Centralvereins aus einige Anmerkungen zu machen. Denn die soziale Stellung des jüdischen Lehrers scheint mir in Uebereinstimmung mit Steinhardt in der Tat entscheidend für die gedeihliche Fortentwicklung unserer Bewegung und damit überhaupt für den Bestand des deutschen Judentums zu sein. Ziel unserer Bewegung muß immer mehr die Ersetzung der negativen Abwehr durch positive Aufbauarbeit werden. Nur wenn es gelingt, den Centralvereinsgedanken in positivem Sinne zur vollsten Auswirkung zu bringen, kann unsere Bewegung bestimmend für die Fortentwicklung des deutschen Judentums werden. Die ersten Anfänge hierzu sind in unserer letzten Hauptversammlung in der Ausstellung „p o s i t i. v e r" Punkte unseres neuen Programms gemacht worden. Ein weiterer Meilenstein auf diesem Wege muß die vor allem auch von unserem Ehrenvorsitzenden wiederholt dringlichst geforderte Ausgestaltung dieser Blätter zu „dem" Organ des deutschen Judentums werden. All diese Aufbauarbeit muß sich aber notwendigerweise überall im deutschen Vaterlande auf vorgebildete und arbeitsbereite Kräfte stützen. Es bedarf keines Wortes der Begründung, daß vor allem der jüdische Lehrer in den kleinen Gemeinden, aber auch in den größeren und großen Gemeinden, diese Arbeit zu leisten haben wird. Gerade wenn er durch den Unterricht allein nicht mehr seine volle Tagesbeschäftigung zu finden vermag, wird er ein um so geeigneterer Mitarbeiter für unsere Bewegung sein. Ihm selbst wird dadurch zugleich die für die Entwickelung seiner Persönlichkeit notwendige innere Befriedigung gegeben, indem er für das Judentum seine volle Arbeitskraft einsetzen kann. Unbedingte Voraussetzung ist dafür freilich, daß seine Existenz auch materiell vollkommen gesichert wird. Es muß eine der vornehmsten Aufgaben der Leiter unserer Ortsgruppen und ganz besonders der Landesverbände sein, auf' die Erfüllung dieser Bedingung durch die Gemeinden mit aller Kraft hinzuwirken; sie werden alsdann in einem geistig und. materiell befriedigten jüdischen Lehrerstand die beste Hilfe für ihre Central» ereinsarbeit finden. Nur ein sozial gehobener Lehrerstand wird in der Lage sein, die jüdische Jugend für den Kamps um die Ehre und Existenz des Judentums würdig vorzubereiten und sie mit Begeisterung für die Ideale des Judentums zu erfüllen. Ich hoffe, daß diese keineswegs erschöpfenden Ausführungen genügen werden, um die Führer unserer Bewegung in allen Teilen unseres Vaterlandes auf die fundamentale Wichtigkeit dieser Frage für die Zukunft des Judentums hinzuweisen.

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