Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-07-01
- Page
- 238 (sequence 6)
- Language
- German
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Im deutschen Reich N8 bessert haben, werden vermutlich diese Einwanderer weiterziehen in die Länder, die ihr eigentliches Wanderziel sind. Wenn sie dann in deutscher Arbeit erzogen sind und deutsches Wesen von der besten Seite kennen gelernt haben, werden sie zweifellos aufs höchste geeignet sein, dem deutschen Gedanken, der es heute schwerer denn je hat, in der Welt sich durchzusetzen, Geltung anderen gegenüber zu verschaffen. Als Deutsche und als Juden treten wir dem Ostjudenproblem gegenüber. Als Deutschs und als Juden haben wir uns auch mit dem viel bedeutsameren Palästinaproblem zu befassen. Es kann von uns nicht verlangt werden, daß wir durch die Vereinbarungen, die offenbar in San Remo gefaßt worden sind, unsere Stellung zum Deutschtum und Judentum anders gestalten. Wir haben einmal in uns die Ueberzeugung, Sie das Ergebnis der Prüfung unserer geschichtlichen Entwickelung, wie auch der Prüfung unseres Fuhlens ist, daß wir Glieder des deutschen Volkes sind-. Wir sind, um e s d e u t - licher zu sagen, der Ueber.zeugung, daß hier unsere Heimat ist, i n d er w i r w u r z e l n u n d für diewir Arbeit zu leisten haben. Unser Bekenntniis zu diesem Heimatland ist unbeeinflußt durch die Anfeindungen unserer Gegner — man muß das leider immer wieder feststellen — denn ebensowenig toSie sich der palästinensische Jude oder der, der nach Palästina strebt, sein vermeintliches Heimatrecht durch die erbitterte Feindschaft der Araber streitig machen läßt, ebensowenig können wir hier durch irgendwelche anders geartete Auffassung unserer Gegner uns beirren lassen. Wir können eben nicht anders fühlen und handeln. Aber die außerordentliche Bedeutung des Palästinaproblems muß von uns auch als Juden anerkannt werden. Es gibt eine sehr große Zahl von Juden, deren Ziel Palästina sein muß, weil sie in den bisherigen Aufenthaltsorten nicht weiterleben können. Ihnen auf diesem Wege zu helfen, ihnen au ihrem Ziel den Aufbau zu erleichtern, muß jüdische Pflicht sein. Aber wir betrachten es ebenso als ckine jüdische Pflicht, daß der Kamps hier in unserer Heimat nicht erschwert wird durch propagandistische Maßnahmen der Andersgesinnten. Man müßte sich doch! einmal in jenen Kreisen, die heute Freudenfeste feiern über die Verkündung /des Beschlusses von San Remo, darüber klar sein, daß auch von ihnen die Diaspora nicht überwunden werden kann. 14 Millionen Menschen können einfach nicht in einem Lande untergebracht werden, in dem bestenfalls bei emsigster Arbeit zwei, höchstens drei Millionen untergebracht werden. Liegen, die Dinge aber so,, dann ist es eine schwere Verletzung gerade der jüdischen Jntereffen, wenn man solchen Gegnern, wie.