Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1920-05-01
- Page
- 170 (sequence 8)
- Language
- German
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170 Fm beutfdjen Reich rühmte Brief des Emirs Faisul cm jenen Prof. Frankfurter, von dem niemand zuvor etwas gehört hatte, und der urplötzlich zum Repräsentanten der „jüdischen Nation" emporwuchs, in deren Namen er Bündnisverträge schließt — dieser berühmte Brief wird die Zahl der „Papierfetzen" vergrößern, die im Orient noch reichlicher vorhanden sind als bei uns. Nun erhebt sich gegen dieJud em der doppelte Ha ßrder Araber und der Türken. Die Zionisten-hatten sich unter den Schutz der Entente gestellt und wollten eine Art staatliches Gebilde in Palästina errichten, die Zionistenführer Ruppin und Lichtheim verlangten von der -Friedenskonferenz unverhohlen die Enteignung des arabischen Grundbesitzes zugunsten der einwandernden Juden. Braucht man sich zu wundern, daß der arabische sowie der türkische Nationalismus und das mohammedanische Gemeingefühl sich dagegen erheben? Wir in Deutschland sind nicht geneigt, die Bedeutung der genannten beiden Persönlichkeiten zu überschänen; aber den Arabern wird es niemand verargen, daß sie in ihnen Repräsentanten der ganzen „jüdischen Nation" erblicken. In Wirklichkeit b r a u ch e n die Juden gar keine politische Souveränität, nichts was cm ein staatenähnliches Gebilde auch nur im entferntesten erinnert, sie brauchen nichts anderes als ein Siedlungsgebiet, um daraus Kolonien zu gründen, wie sie es in A r g e n t i n i e n u n d Brasilien seit einem Vierteljahrhundert mit großartigem Erfolg tun, ohne auf den geringsten Widerstand zu stoßen. Die nationalpolitische Tendenz, die der Zionismus der Siedlungstätigkeit und der Einwanderung gegeben hat, hat den Widerstand der Araber aufgestachelt, der jetzt in einen Haß von seiten der ganzen islamitischen Welt auflodert. Jüdische Kolonien, mochten sie auch noch so zahlreich sein, waren ihnen willkommen, einen „jüdischen Staat", der unter dem Schutz auswärtiger Mächte steht, mag er noch so zwerghaftPein und noch so kümmerliche Formen aufweifen, wollen sie nicht dulden. Jetzt gilt es, den Kamps gegen die Juden aufzunehmen, von der Entente hat der Emir Faisul . sich bereits gründlich emanzipiert. Aber England wird, wie gesagt, die Juden und ihr „national liome" gegen die Araber schützen. England br an chtk eine Judenkolonien in Palästina, die sich ruhigentwickelnundimbestenEinvernehmenmit der nichtjüdisch en Umwelt gedeihen, o^ns eine Intervention von außen zu benötigen; England braucht iu Palästina ein hilfloses, jämm e r l i ch e s Gebilde, die Karikatur eines Staates, welche ewig von der arabischen Bevölkerung befehdet w i r d u n d st e t s d e n b r i t i s ch e n S ch u tz h e r b e i r u f t. So etwas ihm.zuliefern, hat sich der Zionismus erbötig gemacht. Und die „jüdischen Minoritäten" in den Staaten Europas werden auch nichts anderes sein, als verstreute englische Kolonien. D e r Z i o n i s m u s wurde mit Haut und Haaren an England aus geliefert. Gleich wie die zaristische Regierung bis zum Weltkriege den damaligen, cm sich politisch völlig harmlosen jüdischen Nationalismus in Litauen, Polen und der Ukraine ausnutzte, um die Juden