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Im deutschen Reich · 1920-03-01 · Heft 3 (März 1920) · p. 126

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 3 (März 1920)
Article
Die antisemitische Tendenz des Verlages J. Lehmann
Date
1920-03-01
Page
126 (sequence 3)
Language
German
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126 Im deutschen Reich Der Vorwurf, daß wir erst für Ruhe und Ordnung sorgen müssen, ehe wir Anspruch auf gerechte Behandlung machen können, trifft uns nicht. Er trifft nur Herrn Lehmann und seine Gesinnungsgenossen, die in dieser Not unseres Vaterlandes nichts Besseres tun können, als neuen Haß und neue Zwietracht säen und systematisch die Kräfte, die beim Wiederaufbau tätig sind, untergraben. Warenzeichen Pogrow. In der Angelegenheit Warenzeichen „Pogrom" bittet uns Herr Martin L. Rawitz, Berlin-Steglitz, Schützenstr. 7, Inhaber der Firma Stabsarzt Dr. Schulze-Verden-Creme G. m. b. H. mitzuteilen, daß er erst im Juli 1919 als Mitinhaber in die Firma eingetreten. daß ihm die Vorgänge, die zur Aufnahme des Warenzeichens „Pogrom" ge-, führt haben, nicht bekannt gewesen seien, und daß er dafür S^orge trage, daß in Zukunft die Bezeichnung „Pogrom" für Waren der Stabsarzt l3r. Schulze-Verden-Creme-Gesellschaft nicht mehr benutzt werde. b) Nachrichten ans dem Indischen Leben. ArbeitsgeMernsHrst MiWr Jugendorganisationen smt Grctz-Verlirr. Die im Januar stattgehabteu endgültigen Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: stad. phil. Ernst Jacob; 2, Vorsitzender: sind. ing. Hans Marcuse; 3. Vorsitzender: Dr. jur. Fritz 2jt s e r. Geschäftsführerin bleibt Käthe A r n d L. Bureau: Berlin 8^ 68, Lindenstraße 13. - ' Persorratta. Am 29. Januar d. I. starb Gehermrat Karl Kanze-W, Dl i r g l i e d der Preußischen L a n d e s v e x { a m m l u n #.. Der Vsrstorbnce stand viele Jahre lang an führender Stelle im Verein zur Abwehr des .Antisemitismus. Seine unermüdliche Arbeit ist uns allen bekannt. Wertvoll ist die Unterstützung gewesen,.die er uns jederzeit in unseren Bestrebungen hat zuteil werden lassen. Gerade in der heutigen Zeit muß es besonders hoch anerkannt werden, wenn ein Nichtjude, so von idealistischem Sinn erfüllt wie der Verstorbene, seine Kraft in die Bekämpfung des Antisemitismus einsetzt. Seine Ausführungen, dis er als' Staatsanwalt in dem Prozeß gegen Bruhn im Anschluß an die Konitzer Mordangelegenheit gemacht hat, sind noch in aller Erinnerung. Die deutsche Judenheit wird das Andenken an Kanzow in Ehren halten. Am 28. Januar d. I. starb in Ratibor der Stadtrat a. D. und Stadtälteste Moritz Grunrvald. - Der Verstorbene hat sich um den Aufschwung der Stadt Ratibor' bedeutende,Verdienste, erworben. Unserem Verein gehörte er als langjähriges, treues Mitglied an. BücherfchSÄ.. Jacob Scheret: Die Doppelverloöung. Erzählung aus dem jüdischen Kleinstad Lieben. Reclams Universalbibliothek Nr. 6075. Der Verfasser, der in seinem Drama „Wahn" uns in die Schreckens- Lage des Konitzer „Ritualmordes" geführt und in ergreifenden Bildern uns das Entstehen und Wachsen der furchtbaren Bewegung, die harmlos Leichtgläubigen und die bewußten Hetzer und skrupellosen Volksaufwiegler lebenswahr und psychologisch fein geschildert hat, bringt in einer der neuesten Nummern von Reclams Universalbibliothek eine vergnügliche „Erzählung aus dem jüdischen Kleinstadtleben", die er nach ,Irotogasen" in der Provinz Posen verlegt. Auch hier zeigt Verfasser seine Kunst, klar und scharf zu sehen und seine Personen lebensvoll zu gestalten. Durch eine Fülle bezeichnender Einzelzüge lehrt er uns das Leben in der kleinen Stadt mit feinen kleinen und oft kleinlichen Wünschen und Sorgen kennen, schildert mit köstlichem Humor den uw die Verheiratung seiner Töchter besorgten

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