Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Article
- Die antisemitische Tendenz des Verlages J. Lehmann
- Date
- 1920-03-01
- Page
- 124 (sequence 1)
- Language
- German
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124 Im deutschen Reich Die mlüseMitischL Tendenz des Verlages I. LehMarm-Mimcherr. Einer unserer Freunde hatte bei dein Verlage Lehmann in Münä in dem neben antisemitischen Schriften auch die „Münchener Medizinische Wochenschrift" erscheint, mit Rücksicht auf die antisemitische Tendenz des Verlages diese abbestellt. Daraus erhielt er von dem Verlage das nachfolgende Antwortschreiben: „Von Ihrer Abbestellung auf die -„Münchener Medizinische Wochenschrift" habe ich Kenntnis genommen. Wenn Sie als aufrechter Jude, wie Sie schreiben, für Ihre Volksgenossen eintreten. so finde ich das durchaus selbstverständlich Dasselbe Recht, das Sie aber für sich in Anspruch nehmen, nehme auch ich für mich 'in Anspruch. Wie Sie für Ihre Bolk-sgenossen, so kämpfe ich für meine deutschen Stammesbrüder. Vom Glauben ist ja überhaupt nicht die Rede. Hätte ich in meinen Büchern eine einzige Notiz gebracht, die nicht der Wahrheit entspricht, so wären Sie nach meiner Ansicht durchaus berechtigt, sich-darüber aufzuhalten, daß ich für mein Voll kämpfe. Nach meinem Empfinden aber haben Sie durchaus kein Recht, wenn ich Tatsachen fesLsteÜe, sich beschwert zu fühlen. Daß der Talmud und der Schulchan Aruch Lehren enthalten, die all dem auf das . äußerste widersprechen, was Sie von Ihrem Wirtsvolk verlangen, ist nun einmal eine Tatsache, an der niemand etwas andern kann. Daß die Feststellung einer solchen Tatsache Ihnen unangenehm, ist, gebe ich zu, ebenso, . daß hie Feststellung anderer Tatsachen Ihnen nicht erwünscht ist. Können Sie mich auf irgendeinen Fehler aufmerksam machen, so bin ich Ihnen zu aufrichtigem Dank verpflichtet. Drohungen, wie sie in den semitischen Blättern enthalten, sind, - worin, z. B. gefragt wird, wie lange es noch dauert, daß ich ruhig, schlafen könne, lasten mich vollkommen ruhig. Auch jetzt bin ich wieder auf' der Liste der anläßlich der Feier der Revolution za Ermordenden gestanden, wie mir von militärischer Seite mitgeteilt wird. Wer wohldiese Liste ausgestellthat? Das Geld, um den Umsturz zu finanzieren, wird jedenfalls, von semitischer Seite geliefert, wie Herr Cohn im Reichstag ja selbst zugaö. Wenn sich das deutsche Volk dann dagegen wehrt, daß es systematisch mit jüdischem Geld zugrunde gerichtet werden soll, dann wagen Sie, wenn man solche Tatsachen..feststellt, von Hetzschriften zu schreiben. Wollen Sie für Ordnung sorgen, dann sorgen Sie dafür, daß Ihre Rafsegenosien sich andere Ziele stellen. Der Geiselmord in München und die neue Liste der zu Ermordenden beweisen ja zur Genüge, welche verbrecherischen Kräfte hier am Werke sind. Solange das Judentum aber nicht von diesen Gesellen eörückt und das Tischtuch mit ihnen zerschneidet, solange hat es auch kein sittliches Recht, den Deutschen einen Vorwurf daraus zu machen, wenn sie das Bol? über die Tätigkeit dieser Leute aufklären. Hochachtend gez. I. Lehmann." Wir Möchten nicht verfehlen, diesen Brief der breiten Oeffentlichkeit bekauntzugeben. Wie wohl allgemein bekannt sein wird, ist im Verlage Lehmann auch die berüchtigte Schmutzschrist von Dr. Walter Sie! „Der Anteil der Juden am Zusammenbruch Deutschlands" erschienen. Der Ton, in dem der Lehmannsche Brief gehalten ist, steht durchaus im Einklang mit dem Ton, den die von ihm herausgegebenen Schriften und Blätter anzuschlagen pflegen. Was wir Herrn Lehmann und seinen Gesinnungsgenossen vorwerfen, ist, daß sie nicht eine sachliche Kritik am Judentum und an den Juden zu üben sich bemühen, sondern daß unsere ganze Gemeinschaft in Bausch und Bogen von ihnen verdammt wird. Wenn Herr Lehmann vorgibt, für seine deutschen Stammesbrüder einzuLreten, so kann ihm dieses