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Im deutschen Reich · 1920-03-01 · Heft 3 (März 1920) · p. 112

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 3 (März 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-03-01
Page
112 (sequence 6)
Language
German
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112 Im deutschen Reich Rasse »ve'rluderung geschrieben hat, die internationaljüdischer Einfluß dem deutsche Volke bescherte. („Deutsche Zeitung" vom 16. Februar 1920, Morgenausgabe.) Von Herrn Mulle nich seinem Organ hat man ja nichts Brauchbares zu erwarten, — und so darf man sich auch nicht wundern, daß er sogar das Auslieferungsbegeh rem der Entente als eine Folge der durch uns verschuldeten Rassenverlnderung an-' spricht. ' Infolge der achttägigen Unterbrechung seiner volksbeglöckenden Tätigkeit hat er allem Anschein nach auch nicht gelesen — vielleicht ist ihm auch, um seine Erholung vollständig zu machen, ein Verbot zur Lektüre der gesinnungsvevwandten Blätter zu ge gang en —, was seine sonst so treue Freundin, die „Deutsche Tageszeitung", über dieses Ansliesernngsverlangen geschrieben hat, und er weiß es nicht, daß man sogar an dieser Stelle davon sprach, daß die Empörung über das Verlangen ohne Rücksicht darauf zu gelten habe, ob ans der Liste ein Gene-« ral oder ein Feldgrauer oder ein „deutscher Staatsbürger jüdischer Nationalität" steht. Aber nach Herrn Mulle und seinem Organ haben die Juden natürlich — wer hätte es auch anders erwartet! — auty schuld an der Ueberreichung dieser Auslieferungsliste, und sie haben wahrscheinlich nur aus^ taktischer Geschicklichkeit eine erhebliche Anzahl von Inden aus diese Liste setzen lassen!! Wenn man derartige Dinge liest, wie sie hier, die „Deutsche Zeitung" ihren Lesern vorzusetzen wagt, so könnte beinahe di« Annahme gerechtfertigt sein, daß alle Antisemiten an einem gewissen geistigen Defekt leiden. - Wir dürfen aber nicht den-Verfasser dieses Zeitungsartikels als den Typ des Antisemiten hin» nehmen. Für uns, die wir den Kamps ansnehmen, ist es wichtig, uns klarzuwerden über die Art und Weise/wie wir uns psychologisch gegenüber der Bewegung einz'ust eilen haben. Darüber, daß der Antisemitismus in keiner Form berechtigt ist, haben wir schon gesprochen, und wir haben gesagt, daß gegenüber einer solchen völlig unberechtigten Strömung nur e i n Mittel am Platze ist und das heißt: „Kampf". Aber für die Ausgestaltung dieses Kampfes müssen wir uns auch über' die Persönlichkeiten, die Träger des Antisemitismus sind, im klaren sein. Leicht und einfach ist es zu sagen: Alle Antisemiten sind Verbrecher und Betrüger. Wenn man aber den Antisemitismus als das nimmt, was er in der Tat heute ist, nämlich als eine große Strömung, die erklärlich ist aus der gesamten Konstellation der politischen, wirtschaftlichen und geistigen Ereignisie, so wird diese Auffassung nicht haltbar sein.. Es gibt in der Tat eine Zahl von durchaus ehrbaren und durchaus anständigen Menschen, die glühende Antisemiten sind. Diese Menschen

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