Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1920-03-01
- Page
- 108 (sequence 2)
- Language
- German
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Revolution wurde ausgegebsn, und unter dem Kampfrufe „für das Deutschtum" scharte sich die Jugend zusammen. Jetzt bedurfte es nur noch eines leise hingshauchden Wörtleins, um die Jugend auch für die Bekämpfung des Judentums gefügig zu machen.Denn was ist in dem Phrasenschatz der Antissmiten das Judentum anders als der Gegner des Deutschtums? Wieder einmal möchten sie zum Kamps zwischen Arier tum und S e - m i t e n t u m blasen. Wie der gute Houston Steward Chamberlain einstmals von der Verherrlichung der blondhaarigen, langköpfigen arischen Rasse geschrieben hat, die der Vernichtung und Zersetzung, durch die demoralisierten, materialistischen, rundköpfigen Semiten ausgesetzt ist, so gellt auch heute wieder unter der Jugend laut aus die Phrase von der Rassenzersetzung des Deutschtums d urch das Judentum. Von Raste wegen muß das deutsche Volk freigehalten werden von allem jüdischen Einfluß. Prachtvoll ist es Leu Antisemiten gelungen, diesen Haß gegen dre Juden in der Jugend zur wilden Flanmne emporschlagen zu lasten. Ein Beispiel: In der „Nationalen Jugend", dem Organ des Deutschnationalen Jugendbundes, das auch sonst gespickt ist mit wütenden Ausfällen gegen die Juden, beschäftigt man sich seit einiger Zeit unter der Rubrik: „Welche Lösung der Judensrage ist für den Deutschnation alen Jugendbund die beste?" mit diesem für die Jugend so erbaulichen Thema. Da schreibt ein tüchtiges Mitglied des Deutschnationalen Jugendbundes, der wahrscheinlich nicht weiß, wie er sonst zweckmäßig seinen Geist verwenden soll: ,Mir, die deutschnationale Jugend, sollen den Haß gegen das Judentum hinaustragen in die Kreise, die keinen Einblick in diese. „Geheimgesellschast Alljudaan" haben wollen, deshalb ist es Pflicht unserer leitenden Stellen, dafür zu sorgen, daß diejenigen, die den guten Willen zu diesem Werk haben — und ich hoffe, daß ihn jedes deutschnationale Bundesmitglied besitzt —, uns hierin unterstützen werden. Ob wir uns die. Feindschaft der Juden Anziehen oder nicht, soll uns höchst gleichgültig sein, denn wir Deutsche huldigen dem Grundsatz des 'größten Deutschen: „Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts aus der Welt, Am. wenigsten aber fürchten wir uns vor Juden." Ein prachtvoller Dichter, der-Verfasser dieses herrlichen Spruches! In der vorigen Nummer dieser „edlen" Zeitschrift war es noch deutlicher gesagt, daß die Jugend den Haß gegen das Judentum braucht. "Wenn der Haß sich nur in solch poetischen Ergüssen wie dem vorstehenden äußert, werden wir ihn