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Im deutschen Reich · 1920-02-01 · Heft 2 (Februar 1920) · p. 81

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 2 (Februar 1920)
Article
Der "Allgemeine Deutsche Burschenbund" und die Juden
Date
1920-02-01
Page
81 (sequence 6)
Language
German
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Aufklärungsarbeit in öffentlichen Versammlungen 81 schaft (D. B.) und vor allem auch die Korps (S. C.) ausgestochen. Denn diese beiden größten Verbände sind zwar judenrein, haben aber keinen Beschluß, der dies ausspricht. In der Deutschen Burschenschaft ist die Mitgliedschaft von jüdischen Studenten nicht erwünscht — also werden keine gekeilt und ausgenommen. Die Korps sind zu vornehm, sich überhaupt mit einer Judensrage zu befassen — nur die kleineren und weniger angesehenen Verbände machen aus der Judenfrage eine Staatsaktion. Es ist schon aus diesem Grunde bedauerlich, daß der A. D. B. dem Drängen Weniger nachgegeben und sich so herausgestellt hat. Die Frage, ob der Bund damit weiter kommen, wird, braucht hier nicht erörtert zu werden. Es mag bezweifelt werden, ob sein Ansehen steigen wird. Jedenfalls hat immer noch die Erfahrung gelehrt, daß diejenigen, die mutig ihre abweichende Meinung bekundet haben und die offen dafür eingetreten sind — im akademischen Leben nicht bloß mit dem Wort! —, bei weitem angesehener waren, als Duckmäuser. Ockerlnt dum metnant! Bedauerlich bleibt diese Entwicklung des A. D. B. immerhin — nicht nur vom Standpunkt des deutschen und bewußt deutsch empfindenden Juden. Nicht als ob diesem damit eine Gelegenheit genommen wäre, sich jetzt weiterzuentwickeln und sich einzugliedern in die völkische Gemeinschaft. Für die große Zahl der jüdischen Studierenden ist der A. D. B. niemals in Betracht gekommen. Nur ein sehr geringer Bruchteil der Mitglieder des Bundes waren Juden: von 2158 Mitgliedern 1919 ganze 40, also 2 Prozent! Bedauerlich ist diese Entwicklung aus einem anderen Grunde: sie wirft ein groteskes Schlaglicht auf unsere Hochschulen, aus den Geist, der dort herrscht, aus die Art, wie dort gekämpft wird. Diese akademische Jugend ist als zukünftige Führerin des deutschen Volkes undenkbar! Sie würde uns ganz zum Ruin führen. Darum: los voü ihr! Stellen wir" unser Bildungswesen aus eine demokratische Grundlage,, beseitigen wir das Studienmonopol des Reichen, öffnen wir dem Tüchtigen die Bahn! Deutsches Volk: ln Ü06 signo yinces! 8kur in dies em Zeichen wirst du ni ch t unterliegen! ' ArrfklLnrrrgsarHeit irr öffentlichen VerfGMMLnNgen. Am 4. Januar d. I. -traten in Osnabrück Vertreter der v e rschie denen politischen Parteien und Konfessionen auf Anregung der. dortigen Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zusammen, um fern vom politischen Parteigstrbebe und frei von jeder Leidenschaftlichkeit in sachlicher Aussprache zu dem Thema „Judentum und Antisemitismus" Stellung zu nehmen. Referent des Abends war Dr. HoMnder, Syndikus des 'Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin, der einleitend den gegenwärtigen großen-Verunglimpfungen der Juden im Inlands die törichten Verlästerungen des deutschen Volkes im Auslände gegenüberstellte.

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