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Im deutschen Reich · 1920-02-01 · Heft 2 (Februar 1920) · p. 66

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 2 (Februar 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-02-01
Page
66 (sequence 7)
Language
German
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66 Im deutschen Reich immer -wieder aufs neue aufgerollt! Erst jetzt wieder HM es das „Jüdische Echo" (Nr. 33), das sich immer mehr zum Hauptschreier der Zionisten gegen uns aufspielt, für zweckmäßig, die Richtigkeit der Antwort, die wir auf diese Frage geben müssen, anzuzweifeln. Wer opfert mehr fein Judentum: der dem Gegner zugibt, er habe recht, oder der, der ihm im offenen Kampf gegenübertritt? Zu den ersten gehört der Kreis um das „Jüdische Echo", zu den zweiten zahlen wir uns. Wir überlassen es anderen, die Entscheidung der von uns aufgeworfenen Frage zu fällen. Wir haben es nicht nötig, gegenüber dem „Jüdischen Echo" unser Judentum zu betonen. Unsere Stellungnahme ist stets unverändert geblieben, aber in der Taktik des „Jüdischen Echo" und derer, die ihm nahestehen, scheint sich eine kleine, gar nicht unwesentliche Wandlung vollzogen zu haben. Es ist noch gar nicht lange her, da las man dort und an anderer verwandter Stelle, daß der Antisemitismus nur durch den Zionismus bekämpft werden könne, daß die Antisemiten gegenüber den national-jüdisch empfindenden Elementen des Judentums nur Liebe und Wohlwollen zeigen würden. Nun hat man offenbar gesehen, daß schöne Worte, die auf antisemitischer Seite in diesem Sinne gefallen sind — wir verweisen nur auf die oben erwähnte Flugschrift des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes —, eben nur schöne Worte waren. Die Erfahrung Lehrt, daß man den Juden treffen will, gleichviel, ob er national-jüdisch oder anders orientiert ist. Und jetzt sagt man auf einmal: „Der Judenhaß kümmert sich den Teufel um jüdische Richtungen; er ist eben „Haß", blind und taub. Er will den Juden treffen, mag er tun, sagen, verheimlichen oder verkünden, was er will." Daß der Judenhaß nichts weiter als Haß ist, blindwütender Menschenhaß, haben wir erst das letztemal an dieser Stelle gesagt. Und wir erinnern uns, beim vorletztenmal erwähnt zu haben, daß der Judenhaß keine Rücksicht auf die jüdisch-politische Gesinnung des einzelnen Juden nimmt. Es scheint also, als ob sogar das „Jüdische Echo" noch etwas von uns lernen kann! Mit Phrasen wird wahrlich der Antisemitismus nicht zu Boden geschlagen. Durch die ewige Wiederholung, daß wir Juden sind, läßt sich kein Antisemit von der Verkehrtheit seiner Anschauung überzeugen. Wenn man nicht in den offenen Kampf gegen die Judenfeinde eintreten will, aber doch das Recht für sich in Anspruch nimmt, das Judentum allein gepachtet zu haben, dann sollte man wenigstens denen, die diesen Kampf führen, nicht in den Rücken fallen. . K. A. (Abgeschlossen am 20. Januar 1920.)

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