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Im deutschen Reich · 1920-02-01 · Heft 2 (Februar 1920) · p. 50

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 2 (Februar 1920)
Article
Der Stern Judas ist die Revolution
Date
1920-02-01
Page
50 (sequence 2)
Language
German
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50 Im deutschen Reich nona sarkastisch den deutschen Jchel genannt hat —, wird erwachen, und es wird für Inda ein furchtbares Erwachen sein. Er wird Rechenschaft fordern, wer ihm seinen Geduldsfaden zerrissen, seine ahnungslose Rückständigkeit, feine politische 'Jungfräulichkeit geraubt bat; dann wehe dir, Juda, dreimal wehe! Der Deutsche ist lammfromm; er kann auch den russischen Bären nicht sonderlich leiden; er ist reinlich, und dünkt sich über den „polnischen Schmutz" unendlich erhaben; er ist ganz stutzig über den leidenschaftlichen Deutschenhaß der slawischen Welt; aber ein Ku l tur g ut neidet er dem slawischen O st en : die I u d e n s ch l a ch t, das herrliche Pogrom! Wo zum Kampfs geschürt wird — und daß dein so ist, hat jungst erst der preußische Ministerpräsident festgesteui —, da muß auch ein Schlachtruf fein. Man weiß zwar nicht, ob im Augenblicke des Losschlagens die Reichswehr bereits genügend antisemitisch bearbeitet sein wird, daß man sich ihrer bedienen und mit Maschinengewehren und Handgranaten wird kämpfen können. Aber auch beim Sausen der Aexte und Gummiknüppel'! kann ein zugkräftiges Feldgeschröi Wunder tun. Dazu eignet sich vorzüglich der Ruf: Der Stern Judas ist die Revolution! Es ist ein gleißendes Wort, so recht für den Brustton der Ueberzeugung geschaffen, der stutzig macht und den Widerspruch ausschließt. Damit leistet es, was es leisten soll. Anscheinend ein Ersahrnngssatz, dem urkundliche Zeugnisse in Fülle zur Verfügung stehen; eine Kulturtatsache, für die man seine Hand ins Feuer legen kann, dabei die Phantasie anregend und den Willen spornend. So paßt die Parole als Kehrreim, als Beschwörungsformel, als feierlicher Abgangsrus, mit dem man unter tosendem Beifall die Tribüne verläßt und in den Bürgerkamps stürzt. Die Redner der Deutschnationalen Volkspartei, des Schutz- und Trutzbundes, des Bundes für Aufklärung schließen ihre Haßgesänge gegen Juda wirksam, indem sie ein Fanal erscheinen lassen: Ein blutiger Stern steht am Himmel der friedlichen Menschheit, ein schreckhafter Komet, der Hütten und Palästen den Untergang verkündet, unerhörte Verbrechen, Selbstzersleischung, Sengen, Morden und Plündern; sein Name ist Juda. Alle anderen Menschen huldigen schöneren Sternen; der Treue und Liebe, dem Frieden und der Ordnung, dem Edelmut und feinster Kultur; dazu dem Vaterlande und der Heimat, der Obrigkeit von Gottes, nicht von Volkes Gnaden, und ihren sorgsam abgestusten, schon am Knopfe kenntlichen Beamten; indes der Stern Judas ist die Revolution. Als diese Parole bereits vor Jahren einmal austauchte, wurde kühn und lügenhaft behauptet, daß der Meister der jüdischen Geschichte, Pros. Heinr. Grätz, selber der Urheber sei!! Ver-

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