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Im deutschen Reich · 1920-01-01 · Heft 1 (Januar 1920) · p. 14

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 1 (Januar 1920)
Article
Semi-Imperator
Date
1920-01-01
Page
14 (sequence 5)
Language
German
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14 Im deutschen Reich .Wir haben den: nichts hinzuzufügen; denn jede Glosse dürste die Wirkung dieses Produktes nur abschwüchen. Nur eines: die Antisemitische Deutschnationale Volkspartei erstrebt nach dem Bekenntnis ihrer Parteigenossen die Wiederaufrichtung der Hohenzollernmonarchie, sie erstrebt also, da erwiesenermaßen die Hohenzollern ja Juden sind, die Errichtung einer Judenherrschaft. Sturz der Judenrepublik, Errichtung der Judendynastie, das hieße, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Der Marloh-Prozeß mit seinen sensationellen Enthüllungen ist vorüber. Er hat eigenartige Schlaglichter auf Kreise geworfen, die bisher für bevorzugte Lieblinge der alldeutsch-antisemitischen Presse galten. Besonders peinlich mußte vor allem von dieser Seite das Verhalten des nicht mit makellosem Ehrenschilde ans der. Verhandlung hervorgehenden Hauptmanns v. Kessel empfunden werden, dessen Verhaftung inzwischen wieder erfolgt ist. Kaum war daher der „Deutschen Zeitung" der Entschluß gekommen, diesen Gesinnungsgenossen von sich "abzuschütteln, da war auch bereits ein rettender Wwweg gefunden:' Es wurde der gläubigen Leserschast der „Deutschen Zeitung" mitgeteilt, daß „die Mutter des Hauptmann von Kesiel mit Vornamen Esther geheißen habe und eine geborene Möser" sei. Also Hauptmannv. Kesselein Jude! — Arme Antisemiten! Sie sehen Feinde ringsum, eine Welt von Judengespenstern. Wenn nun gar jemand in derselben wissenschaftlichen Art den Nachweis erbrächte, daß die Antisemiten Juden seien? Das wäre für sie wohl der härteste Schlag. Doch auch dieses Buch, davon sind wir überzeugt, wird geschrieben werden. Und dann wundern sich die Antisemiten, wenn nach derartig geistig-literarischen Pogromen die „jüdische" Presse vor chren Ergüssen bevorzugt wird! _____ Br. L. Eine Atmosphäre von Haß durchzittert die Welt. Der letzte Kanonenschuß des Krieges hat nicht zugleich die Stunde der Bölkerversöhnung eingerufen. Ueber alles Morden hinweg ist der Haß in der Welt lebendig geblieben. Hunderttausende deutscher Familien leiden noch heute aufs schrecklichste hierunter. Noch immer jammern Kinder nach ihren Vätern, Frauen nach ihren Männern, Eltern nach ihren Söhnen. Ueber ein Jahr hält man trotz Kriegsende Hunderttausende deutscher Söhne in Niederdruckender Gefangenschaft fest. . Auf alle Vorstellungen der amtlichen Kreise, auf alle flehentlichen Bitten deutscher und neutraler Frauen antwortet man das eine, daß der Haß, den man gegen Deutschland hegt, eine Befriedigung haben müsse, und daß man diese Befriedigung in der Zurückhaltung der deutschen Kriegsgefangenen sehe. Unter allen Leiden, die uns der Krieg anserlegt hat, halten wir dieses für das schlimmste. Es ist für die,

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