Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1920)
- Article
- Die Juden im Heer
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 4 (sequence 3)
- Language
- German
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Im deutschen Reich Unsere an zuständiger Stelle bei bem Reichswehrminrsterium Angestellten Ermittelungen haben bisher keine Anhaltspunkte gegeben, daß tatsächlich durch Indiskretion oder auf sonstige Weise das damalige statistische Material den Antisemiten zugänglich geworden ist; es liegen begründete Anhaltspunkte dafür vor, daß es sich um eine plumpe Fälschung handelt. Nachdem aber einmal die Sache zur Sprache gebracht worden ist und von der antisemitischen Tages- und Provinzpresse mit der üblichen R-eklamemache brettgetreten wird, nachdem man angeblich amtliches, ziffer-mäßigesiBla&xial der Bevölkerung unterbreitet. baiten um ans fü* verpflichtet, hierauf ewzugehen, ohne damit irgendwie das LatsLchliche^Vorhandensew der behaupteten amtlichen llrtterlagen unserer Gegner anzuerkennen. Die „K r e uzz.e i tun g" veröffentlicht irr hex Wendausgabe vom 8. Dezember 1919 über diese Judenstatisti? folgendes: „Obgleich jene Statistik (von 1916) durchgeführt Worden ist, find ihre Ergebnrffe^ bis Home n i r § e n.d w o auch nurandeutungswe.Lse bekannt gegeben worden. Im Gegenteil! Jedem Versuch, darüber Aufklärung Zu erhalten, widersprach dis gesamte Judenschaft heftig und wußte es immer wieder dnrchzusetzen, daß die Veröffentlichung der Judenstatistik im Heere unterblieb. Und was sie erreichen wollten, gelang ihnen:-Die Statistik über die Beteiligung der Juden am Heeresdienste verschwand in der Versenkung! Bor-mir Iteqt die Schrift des Bremer Rabbiners Dt. Rosena?, die er „Wahrheit, und Gerechtigkeit" tituliert hat. Er nennt es „sprechende" Zahlen, wenn er schreibt: „Don den rund 500 600 Seelen zählenden deutschen Juden waren 160 600 eingezogen, also einschließlich der Greise, Frauen und Kinder jeder fünfte Vertreter der Gemeinschaft. Ich erwarte den Gegenbeweis . der Herren Antisemiten, daß die anderen Konfessionen einen höheren^Prozentsatz gestellt haben. Ist das „Drückebergerei?" Schauen wir uns diese echt jüdische Behauptung einmal etwas näher nn: . . 500 000 Seelen zählen danach die deutschen Juden. Dabei Weiß der Rabbiner genau so wie wir, denn er kann es aus jedem statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich entnehmen, daß die Zahl der deutschen Juden 566 999 schon im Jahre 1907 betrug. Jedenfalls steht fest, daß der rabbimsche Doktor mit. voller Absicht Lei. ferner Angabe über bk Anzahl der Juden 67 600 einfach hat v e r s ch w i n d e n kaffen. Aber weiter: Der Rabbiner behauptet ferner, es seien 106 000 Juden eingezogen gewesen, das mache den fünften Teil der jüdischen Gemeinschaft aus. Wie steht es nun damit? Nach der Erhebung des Kriegsministeriums befanden sich Anfang 1917: beim Feldheer 27 515 Juden bei bei Etappe 4 752 „ beim Besatzungsheer _SO 005 „ das ergibt zusammen 62 272 Juden die im Heeresdienste standen. Außerdem waren damals noch nicht zur Einstellung gelangt 15 999 Juden, die bereits ausgemustert' waren. Von diesen waren 7065 auf Reklamation zurückgestellt. ~ Im günstigsten Falle kann also davon gesprochen werden, daß 78 271 Juden für den Militärdienst tauglich befunden worden find. Daraus machte nun der Bremer