Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / Verax
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 523 (sequence 6)
- Language
- German
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IMsche Rundscheu 523 kein GM «hakten komlte, 'die BeKchlung Ln PetrÄeirm. . . . Dos Petroleum kann Äfo über das Schicksal der Jaden entscheLen. Hier stimmt das finanzielle^ Jrttere^ Amerikas mit dem poWschen der Fmryosen überein, die ihrerseits ein möglichst großes Polen erstreben, um daraus eine mächtigs darriers Lutigsrnranigus zu machen. 'Die Engländer hingegen sind von diesem Plan wenig entzückt, denn ein starkes und großes Polen, welches ewig eine ernste wirtschaftliche und militärische Bedrohung Deutschlands bilden würde, könnte Frankreich zu sehr entlasten und ihmeine viel zu große Selbständigkeit dem Bundesgenossen gegenüber gewähren. -Daher verhinderte England, -daß Danzig den Polen zugefprochen wurde, und setzte sich energisch — natürlich im Namen der Gerechtigkeit -- für ein Plebiszit auch in Posen und Westpreutzen ein. Auch setzt erhob England Einspruch gegen die sofortige Zuweisung Ostgaliziens an Polen, und so bleibt die Sache bis auf weiteres in der Schwebe... MittlerwÄle wußte eines der oben Mvähnten „Wischen Preßbureaus" 'der Welt zu verkünden, daß die Lage der Jüben in Ostgalizien sich plötzlich gebessert habe, darck den Bemühungen des neuen Fmanzrmnisters S3ilinf.fi, der sich bewußt sei, daß ohne die Mfe der Juden in Polen alle seine Finanzplän« durchfallen müßten und ohne bis Sympathien der ausländischen Juden er niemals imstande fern würde, die Finanzen des jungen Staates aus eine gesunde Grundlage zu stelle«. Gleichzeitig berichteten die polnischen Blätter, daß Herr Morgenthau von den Zuständen in Polen so entzückt sei, daß er alle Bankiers, auch die jüdischen, eisrigst animiere, Polen große Kredite zu gewähren. In der Dat kam auch alsbald eine Anleihe von 1V Milliarden polnischer Mark zustande, eine Summe, von der man in Warschau nie zu träumen wagte. Garantiert wurde die Anleihe durch die amerikanischen Polen; diese haben dafür die Bonds der amerikanische« Kriegsanleihe verpfändet, von der eine Milliarde Dollar sich in ihrem BHtz befindet. Abgeschlossen wurde das Geschäft allerdings nicht durch einen Juden, sondekn durch Mr. John O'Langhlin, einen amerikanischen Irländer und Katholiken, „der voll "aufrichtigen Wohlwollens für das Gedeihen und die Macht Polens" sei. Da nun einmal die amerikanische Geschäftswelt in so hohem? Grade an der finanziellen Sicherstellung ' Polens interessiert ist, so hat die Nationaldsmokratie keinerlei Störung zu befürchten. Weitere große Anleihen gegen bsdeutettde Konzessionen sollen folgen. Es wäre aber ungerecht, zu behaupten, daß die amerikanischen Geldgeber von den Judenpogromen in. Polen ganz.ungerührt blieben. Sie bekommen nämlich von den Polen für die 10 Milliarden nicht weniger als 6 Prozent Zinsen und die ganze Summe muß in 2V 'Jahren'getilgt werden. „Hättet ihr keine Pogrome gemacht," sprachen die Amerikaner, „so hätten wir uns mit 5 Prozent begnügr, und hätten euch das Geld aus 30 Jahre gelassen. Wer so ... . Seht ihr, das hat man davon." — Die Polen über sagen sich: „Au, mit dem amerikanischen Philosemiiismus ist nicht zu spaßen!" . . . Also endete «die Odyssee des Herrn Henry Morgenthau durch Polen. '