Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Zeitschau
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 513 (sequence 2)
- Language
- German
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ZettschLü bIS fodurgestellt werden, als ob da- Ergebnis rrur ans die Bevhandlungsleiter zurückzusühren sei. Urü» nun sitzen zufällig im Untersuchungsausschuß zwei Mische Rechtsanwälte, zwei Herren, die sich in ihrer Partei-durch ihre politische Begabung einen Namen gemacht haben, und die es nun für ihre Pflicht halten, restlos das au^udecken, was enthüllt werden soll. Das Geschrei gegen den verjudeten Untersuchungsausschuß hebt an. In geradezu unglaublicher Weise wird gegen die Herren Cohn nutz Sinzheimer seitens der alldeutschen Presse gepökelt. Den Gipfel desien, was in der Presse an Unflat gegen diesen Untersuchungsausschuß geschrieben worden ist, bildet derAufsatz des Herrn Reventlow in der „Deutschen Tagesztg." vom 12. November „Unter der Judensahne". „Ziel dieser Untersuchung ist es," so heißt es in diesem Aussatz, „für die Zukunft allen Stolz aus die großen Taten der Vergangenheit, auf die Männer, die sie vollbrachten, aus die Größe des kaiserlichen Deutschlands dem Volke aus dem Herzen und aus den Gedanken zu reißen, die Erinnerung daran zu vergiften und in den Schmutz zu treten, damit dem Deutschen geraubt werde, was ihn und das Reich wieder aufrichten kann: der nationale Gedanke. Der jüdische und judaiftische soll an die Stelle treten." „Hindenburg und Ludendorss .vernommen' von Cohn, Sinzheimer, Bonn, Gorhein im& wer noch dazu kommt! Die Deutschen sind schuld, daß sie diese Schmach über sich haben bringen lassen. &>t haben es in der Hand, sich zu befreien, wenn sie wollen. Jetzt aber toeht über ihnen die schwarz-rot-goldene Juden sah ne." Man fühlt förmlich aus diesen Worten heraus, wie glühend stark der Haß des Artikelschreibers gegen die Juden ist, und wie sein Wille, die Juden zu vernichten, zur Tat drängt. Daß diese Fansarenstöße der Presse nicht ohne Widerhall geblieben sind, zeigten die jüngsten Kundgebungen anläßlich der Anwesenheit Hindenburgs in Berlin. Die starke Verehrung gegenüber dem großen Feldherrn Hindenburg erfüllt gewiß jeden Deutschen, zu welcher Parteirichtung er auch immer sich bekennt. Daß aber die Kinü)gedungen, die Hindenburg dargebracht wurden, in wüste antisemitische Schimpfereien ausarteten, ist der lebendigste Beweis für die Ausdehnung, die die Hetze genommen hat. Die Jugend war es, die vornehmlich sich vor dem Reichstagsgebäude in Berlin anläßlich der Anwesenheit Hindenburgs zum Wortführer der antisemitischen Agitation machte. Man schätze das nicht gering! Schüler und Studenten sind heute, mehr als jemals Machtfaktoren geworden, mit denen man zu rechnen hat. Daß unter ihnen die antisemitische Propaganda sich so sestsetzen konnte, zeigt, wie geschickt gearbeitet wurde.