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Im deutschen Reich · 1919-11-01 · Heft 11 (November 1919) · p. 473

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 11 (November 1919)
Article
[Ohne Titel] / B. S.
Date
1919-11-01
Page
473 (sequence 7)
Language
German
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Der Sinn de-> rrrpfrs ^3 blutige Pogroms veranstalten. Nun habest dke- Juden den Lohst für ihre Treue. Herr Kuuschak und die ChrMichsozialen, die sich ehemals als die festesten Stützen Oesterreichsausgaben--und noch heute M die unentwegt „Schwarzgelben" gelten, verlangen sofortige Mschiebung oder Internierung der Flüchtlinge. Dank vom Hause Oesterreich! . ~ ■ Zlber die Jüdisch-Nationalen dürfen triumphieren.- Die mächtigste Partei in Deutsch-OefteKeich hat ihr Programm vorbehaltlos angenommen. Herz, was willst du noch mehr! Die Juden wurden als ^eigene Nation" anerkannt; Herr Kustschak hat sogar die radikalsten Förderungen der Poale-Zionisten sich zu eigen gemacht, wonach die jüdische Religion fortab kein Kriterium -der 'Juden -zu bilden habe, sondern aus der neuen jüdischen „Volksgemeinde" hinansgeworfen werden solle! KonsessionsweHs-el entscheidet nicht über die Volkszugehörigkeit. Konsequenter kann mannicht sein. Die polnische Nationaldemokratie hat schon vor mehr als einem Fahre dasgesamte Programm der Jüdisch-Nationalen akzeptiert: : Es dürste endlich den Denkenden unter den Juden ein Licht aüfgegangen sein, wohin der Weg führt. L. 8. Der Strrrr des Kampfes. Von Eduard Strauß, Frankfurt a.M. Welches ist der Sinn des Kampfes «gen den Judenhcch? Die Antwort ist sehr einfach und klar: es geht um unsere Existenz! Um unser Leben kämpfen wir. Ganz recht. Geht man mir ans Leben, so wehre ich mich — wie jeder Mensch, wie schließlich jedes lebende Wesen. Ich bediene mich der Waffen, welche ich führen kann, der Waffen, von denen ich glaube, daß sie den Feind niederzuringen vermögen — wie jedes andere lebende Wesen. Kampf ums Dasein, ums Recht, um den Platz an der Sonne des allgemeinen Menschenlebens. Nochmals: ganz recht. Aber — ist das alles? Ist wirklich dieses Wmipsenmüssen, das schicksalhaft mit uns geboren zu werden scheint, und das doch — nicht mit uns sterben kann, nur die jüdische Form des „Kampfes ums Dasein"? Ich vermute: wenn dem so wäre,' der Kampf wäre — irgendwie — längst ausgekämpst. Es muß noch etwas anderes daran sein, das diesem Ringen einen Sinn gibt. Sehr nahe liegt nun eine zweite Antwort: Um die Verteidigung des Judentums geht es! Sehen wir uns diese Antwort etwas näherem. Gewiß wird von unseren Feinden immer wieder „das Judentum" als bekämpseuswert hingestellt. Abstrakter „Judenhaß" wendet sich gegen abstrahierten Geist. Aber das halte ich für die Erzlüge des Antisemitismus! In Wahrheit sind es Menschen von besonderer sittlicher Einstellung, welche hasten. Und in Wahrheit sind es jüdische Mensche n /welche gehaßt werden. Man mag Hunderttausendmal alle Lügen über das Judentum widerlegen —'sie kehren immer wieder. Sie werden dadurch weder gefährlicher, noch etwa gar gewichtiger: nein, sie sind und bleiben Waffen von Menschen gegen andere Manschen. Die zweite Antwort, daß es um das Judentum.

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