Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 11 (November 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1919-11-01
- Page
- 464 (sequence 2)
- Language
- German
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464 Im deutschen Reich und beschloß, die endgültige ^Regelung dem HauptvorstanL zu überlassen. - Der Beschluß, den man hier nun gefaßt hat, lautet: „Die Deutschnationale Bvlkspartei stehi auf dem Boden des deutschen Volkstums. Von dieser Grundlage aus kämpft sie gegen jeden zerfetzenden nndeutschen Geist, mag er von jüdischen oder anderen Kreisen ausgehen. :v . Sie wendet sich insbesondere gegen die Vorherrschaft des Judentums, die seit, der Revolution in Regierung und Oeffentlichleit immer verhängnisvoller hervortritt." DäUnt nicht genug, hält man es für zweckmäßig, sich -mit der Frage der oftjüdischen Einwanderung zu befassen und gibt der Auffassung in folgender Entschließung Ausdruck: „Der Hauptvorstand der Deutfchnntionalen Volkspartei spricht der Deutschnntionalen Fraktion der Nationalversammlung und der Landesversammlung volle Zustimmung zu ihrem Vorgehen gegen die Ueberschwemmung Deutschlands mit ostjüdrschen Elementen aus und ersucht sie, auch weiterhin aus ein Verbot der ostjüdischen Einwanderung zu wirken." An die Wiedergabe dieser Beschlüsse knüpft die „Deutsche Zeitung" die Feststellung, daß in seinem Schlußwort der Partei- Vorsitzende zum Ausdruck bringen konnte, daß die klare Stellungnahme in der völkischen Frage von allen Mitgliedern der Partei freudig begrüßt werde, daß alle Stellen der Partei aber ebenso einmütig abrückten von einem gewissen Radau- oder Pogromantisemitismus, der glaube, die völkische Frage mit den verwerflichen. Mitteln der persönlichen Hetze oder der Gewalttat lösen zu können. Der eine oder andere unserer Glaubensgenossen mag sich über den Wortlaut dieser Entschließung freuen. Er mag erwartet haben, daß die Partei in Bausch und Bogen das Judentum verdammen würde. Wir warnen vor jedem Optimisrnus und vor jeder Schönseherei nach dieser Richtung hin. In der Deutschnationalen Volkspartei sitzen recht kluge Köpfe, die sehr wohl wissen, was sie tun, wenn sie der Entschließung diese Form geben. Darüber darf man sich nicht täuschen, daß in diesem Beschluß nichts weiter verborgen ist als k r a s s e r, h a s s e n d e r A n t i s e m i t i s m u s. Auch wir wenden uns — und das ist so selbstverständlich, daß man es nur mit Rücksicht aus seine Mgner zu sagen hat — gegen jeden staatsgefährd enden Einfluß. Daß die Deutschnationale Volkspartei vornehmlich diesen zersetzenden Einfluß als von jüdischer Seite ausgehend ansieht und deshalb den Kämpf nach dieser Richtung hin unterstreicht, ist der erste Beweis für die antisemitische Tendenz des Antrages. Und nun die Ueberhebung des Judentums in der Regierung! Wieviel ist darüber schon geschrieben und gesprochen worden! Wie oft haben wir uns nachzuweisen bemüht, daß es sich hier um eine der vielen, von den Antisemiten beliebten Entstellungen der Tatsachen häudelt. Sollen wir es zum hundertsten Male wiederholen, daß in der preußischen Regierung nur e i n Jude sitzt, daß in den Reichs-