Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 11 (November 1919)
- Article
- Zum 9. November
- Date
- 1919-11-01
- Page
- 463 (sequence 4)
- Language
- German
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Rmschau 463 Haß mit» Verachtung gegen Mensche n; das hieße, Satans Geschäfte besorgen. Krankheit steckt an und nicht Gesundheit. Darum jotgen Sie, daß die inneren Kr-ankheitskeime zum ALsterben tonmrern! j : Sie, rn eine H erren, disSiedieRevolution fürDeutfchlands größtes Unglück halten-:^ wirken Sie für seinen inneren, seelischen Wied er aufb au , für seine geistige Erneuerung? Schaffen Sie uns den Boden für die RevaluLion der Gesinnung, des Bewußtseins, der inneren Verantwortung l Und dieser Revo- Lutions tag, meine Herren, sei unser gemeinsamer^ N a t io n a l - F e i e r t a g! Äwschau. die antisemitische Welle brandet weiter. Die Blätter der Rechten, die „Deutsche Tageszeitung" und die „Deutsche Zeitung", schlagen einen Purzelbaum nach dem andern. Heute preisen sie die Ausmerzung des Judentums als das einzig mögliche Mittel zur Rettung des deutschen Volkes, morgen verkünden sie in salbungsvollem Tone, daß ihnen jeder Radau-Antisemitismus weltenfern liege, und Laß sich ihr Kampf nur gegen die jüdische Rasie, in der alle Fehler der Welt zusammengehäust liegen, richte. Dann gehen sie sogar soweit, solch tüchtige Gesinnungsgenossen wie das „Deutsche Wochenblatt", das Leiborgan des Herrn Künze, von sich zu stoßen. Daß daneben eine wahrhaft klassische Hetze gegen die Regierung und gegen alles, was sich heute bemüht, Ordnung und Sicherheit im Staate herzustellen, sich abspielt, ist für den Kenner der Verhältnisse natürlich. Gebietet dann aber einmal die Regierung diesem Schandtreiben Einhalt und verbietet Blätter wie die „Deutsche Ztg.", so ergießt sich in den verwandten Organen ein wahrer Steinhagel von Schmähungen gegen die „ Jnd enregierung". Die „Judenregierung" ist überhaupt das, was diesen Blättern und ihren Anhängern immer wieder die Triebkraft zu ihrem „fruchtbaren" Tun gibt. So scheint sich auch der H anptvorsta nd der Deu tsch na t i o na len Partei, der am 13. Oktober in Berlin getagt hat, mit diesem Problem recht eingeherÄ beschäftigt zu haben. Es wird erinnerlich sein, daß sich der Parteitag der Deutschnationalen, der im Sommer tagte, nicht recht über die Judenfrage schlüssig werden konnte. Man hat sich allerdings eingehend über diese Dinge unterhalten, und die „Deutsche Tageszeitung" stellte mit sichtlicher Wonne fest, daß der Redner, der zuerst die Judenfrage aufs Tapet gebracht habe, wie ein Erlöser gewirkt habe. Dennoch scheute man sich offenbar, dem Drange der allzu Stürmischen Folge zu leisten