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Im deutschen Reich · 1919-10-01 · Heft 10 (Oktober 1919) · p. 421

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 10 (Oktober 1919)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1919-10-01
Page
421 (sequence 2)
Language
German
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421 lick SfceSrmg, jetzt, da dies freMde Element irr Lllen Ländern in Politik, Wirtschaft, Presse, Literatur, Thsater uj'D. so überwuchert, daß die ganze Kultur völlig dessen Stempel trägt." Vom Standpunkte eines kacholischen Bl-attes ist es verständlich, wenn es dis UeberleÄnntz Palästinas in jüdische Hände Nicht mit Freuden begrüßt. Mm braucht sich ja nur an die j<chrtausende«rüen Kämpfe um die christlichen Stätten in Jerusalem, an die Kreuzzüge des Mittelalters zu erinnern. Aber dis Art, mit der der „Bayrische Courier" die von der Entente bewilligte Lösung des Palästina-Problems gegen die Juden ausnutzt, ist demagogisch. Der „Bayrische Courier" weiß, daß der Judenstaat in Palästina nur von den Zionisten geWünschr und erstrebt wird, daß der überwiegende Teil der Juden in Deutschland und in den westlichen. Ländern das Staatsbürgertum des Landes, in Lern sie geboren, in dem ihre Väter gewohnt haben, an. dessen Kultur sie Mitarbeiten, nicht ausgeben Vollen, darum Gegner der zionistischen Ziele sind. Der „Bayrische Courier" begnügt sich aber nicht mit der Drohung, daß man nun die Juden als ÄuslLMxer betrachten NNlsse. Er greift in den wlgenden Zeilen inhaltlich die Ausführungen der „GernrMüa" wieder aus und spricht von der „Gefahr", daß die WelLveoolution in einem Weltpogrom enden werde, wenn die Stimmung rm Volke gegen die Juden weiter so - forttvaHe. Daß doch selbst sichrere Blätter einer ausgesprochen christlichen Partei zuweilen in so böser Art entgleisen und ihre Ideen, Ziele Md Bestrebungen durch die Anwendung verwerflicher Mittel verurweirNgen. Ein übles ZentruursorMr-, das schon seit längerer Zeit in xubengegrrerischeN Sinne arbeitet, ist das Pader« borner, von ernent katholischen Geistlichen geleitete Wochenblatt „Leo". Seit der Revolution hat der geistliche Herausgeber vollständig das seelische und religiöse Gleichgewicht verloren. Er trieb es so arg, daß, wie Dir der antisemitischen „Pommerschen Tagespost" entnehmen (Nr. 243), die Zentrumsführer Gröber und Spcchn sich entschlossen, in Paderborn Gegenschritte zu unternehmen. Das dortige bischöfliche Generalvikariat lehnte es jedoch ab, den Geistlichen zur Bevandvortung zu ziehen und ihn ws-gen seiner hetzerischen, un-christlichen Tätigkeit zu verwarnen. Darauf verachten die Zentrrrmsführer, dem Abgeordneten Gr. Mansbach, Professor und Dourprobst in Münster i. W-, die Leitung des „Leo" zu übergeben. „Der tapfere Geistliche und Leiter des „Leo" erklärte," so schreibt das zitierte pommersche Blatt jubilierend, „rundheraus, daß er sich keine Vorschriften machen lasse und gar nicht daran denke, die Tendenz des Blattes zu ändern, denn das katholische Volk habe das größte Interesse daran, die AuswüGe des Judentums ken-

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