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Im deutschen Reich · 1919-09-01 · Heft 9 (September 1919) · p. 374

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 9 (September 1919)
Article
Die antisemitische Hetze in der Reichswehr
Date
1919-09-01
Page
374 (sequence 2)
Language
German
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374 Im deutschen Reich rückhattslos von der Propaganda des Arttksenrvtisnws in der Reichswehr abzurücken. Der Führer der unabhängigen Sozialdemokratie, Aba. H aase führte in der Sitzung vom 26. Juli 1919 nach dem amtlichen Stenogramm aus: „Auf allen Gebieten sehen wir nicht Forvschritte, sondern Rückschritte. Die Reaktion erhebt ihr Haupt ilmmer kühnem, die GbAenrevolution marschiert. (Zuruf vom Reg ierwngs tisch.) — Dias behaupten ja Ihre eigenen Zeitungen, und wenn Sie das nicht sehen, dann müssen Sie blind sein, Hjevr Noske. Die Offiziere wollen das Programm^ das ihnen die Herren HehdÄrand und Westarp gegeben haben, die Hohenzollern zurückzurufe^, du'rchführen. Sie werden es .nicht durchführen können^ weil ihnen die Kraft fehlt. Wer inzwischen verbreiten sie 'das Gift im Volke. Gegen di-e Juden wird gehetzt in Liner ge* ra-bjegu infamen Weise. Der Ausschuß Kr BolksaufWrung, die deutsche ErneuerrMgsgemeinde, der DMtschv0!lßische Bund, der Reich,sham-mer-- verband verbreiten in Massen Flugblätter in der Eisenbahn. auch in Kasernen. In disstn Flugblättern wird direkt ausgeforderlt, Lcke Inbeit q h vernichten, alle zu töten, .die sich gegen Me göttliche Ordnung erheben". Am 21. Februar hat ein Mitglied des Ausschusses für Volksaufklärung im Rheingold den GManken" erwogen. ob von diesem Ausschuß nicht ein freiwilliges Wgrtzeöureau eröffnet werden solle. Gegen Zeitungen der Arbeiter-, Mgen komMunistifche, gegen unabhängige Druckschriften ist man schnell bei der tzcmd. Daß dieselbe Tatkraft auf,geboten worden ist gegen diejenigen, die eine Pogromhetze in Szene fetzen wollen, davon haben wir nichts gemerkt." Reichsmchrmsimster NosVz mttwovteLe darauf in derselben Sitzung (ebenfalls nach dem amtlichen Stenogramm) folgendes: „Uebelster Pcrrteikampf und politische Hetze fchMmmster Art haben — davon erleben wir beinahe Tag für Tag neue Proben — seit Monaten einen außerordentlichen ttmfang angenommen, einen viel größeren Umfang, als wir das früher AttwchnL nmiren. Dazu /gehört auch etins antisemitische Hetze peinlichster Sorte, von der Herr Haase soeben gesprochen hat. Ich schätze sie als au ßerord en t!i ch gefährlich ein, weil sie bei der leichten Erregbarkeit vieler darbender Menschen und bei der großen Geneigtheit zu- Gewalttätig ketten beacht apge A u. sf chrei - tun gen zur Folge haben könnte. (Sehr richtig!) Deutschlands Ansehen in der Wett müßte? eine weitere Beeinträchtigung .erfahren, wenn wir zu allem Unhett achh noch Po Frame erlebten. (Erneute ZuMmmung.) Ich biN in Bierlin dieser antffemitifchen Hetze nachigegangLN, um ihr entgegenzuwirken. Das ist nicht leichh Daß es so schwer P, ihr entge§eWuw''irken., ist einmal darauf zuvückzu führen, daß auch bei dieser Art von FMWllungew, die zutreffend sind, die Polizei nicht!i m m e r ,fo fuinkt rckÄiiert, wie das wünschenswert i st. (Hört! Hört!) Ferner ist der Ursprung mancher antisemitischer Hetzblätter eberffo schwer festzustellen, wie das Herkommen spartätisttscher Blätter, die in beträchWcher Mentze zur Verbreitung gelangen. Wv sich die Handhabe bietet^ wird zugepackt werden. Jede Art von a n ti!] e m itischen Treck b er eien in der Truppe^ die zu Einem lebhaften Bedauern g e l e g e n t i i ch (? die Redaktion) vorgekommen sind, v-euurterle ich auf das allerents chie den sie. (Bravo!) Wenn ich Kenntnis davon erhielt, bin ich sofort eKgejlchrit'tsn. So habe ich noch in den letzten Tagen die schleunigste Entfernung eines Mannesang eordn e -t, dem antisemitische Hetzereien in der Truppe nachgewiesen werden konnten. Ich hä-be außerdem Vorsorge dafür getroffen, daß alle Tr u vPen fü h r er darauf hingowiestn werden-^

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