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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 325

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Schutzjude oder Staatsbürger?
Date
1919-07-01
Page
325 (sequence 2)
Language
German
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Prszrß Wilhelm Br-chr, gsZrn bte „FrsrrZftrrLsr CÄttjetiaag* S9B ba« Wort mÄ wid«r^>rsch irr scharfer Weife der WserÄung; rmrrr dürfe sich nicht auf den StcmiHiunZt der „Schntzjnden" stellen. Sr wurde in der RePräsentanLenvMsLMMlung überstimmt und legte deshalb noch Ln derselben Sitzung den Vorsitz und sein Amt als Repräsentant nieder. Im Vorstand beantragte nun der damalige Vorsitzende, Justizrat Siegmund Meyer, in der Sitzung vom 28. Dezember, mit Rücksicht auf die hervorgetretenen Meinungsverschiedenheiten trotz den übereinstimmenden Beschaffen beider Körperschaften die Bittschrift n i ch t a b z u s e n d e n. Indessen blieb der Vorstand zunächst bei seinem früheren Beschluß. Erst in einer zweiten Sitzung, am 30, Dezember, beschloß er, die Wsendung zu Unterlasten; im Anschluß an die Amtsniederlegung Makowers hatte sich auch aus den Kreisen der Gemeindemitglieder erheblicher Widerspruch geltend gemacht und war auch in den Zeitungen zum Ausdruck gekommen, so in einem Artikel der „Boltszeitung" vom 29. Dezember mit der Lebeöschrift „Reichs-Schutzjuden?" Dies ist der Boden, auf dem LoewenfeLS mutige Schrift gewachsen ist. Sein Ruf „Helsen wir unZ aus eigener Kraft! Nicht Schutzjuden wollen wir sein, sondern Staatsbürger!" fand bei vielen Juden freudigen Widerhall. Schon am 5. Februar 1893 traten 200 Juden zu einer Beratung zusammen; es entstand der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Eine Umkehr machte sich bemerkbar. Angst wandelte sich in Mut. Das Selbstbewußtisein der Juden wurde gehoben. Man scheute sich nicht mehr, sich als Jude zu bekennen. Die Deserteure, die Täuflinge, wurden verachtet. Mit der Waffe des Rechts wurde den Judenchetzern entg-egengetreten. Wieder ist es nötig, daß sich die Juden zusammenscharen und dem konzentrischen Nngrisfskampfe der vereinten Antisemiten, Alldeutschen, Konservativen, Freikonservatrver^ Deutschvvlkischen, Raffehygieniker eine Einheitsfront entgegenfteLen, I. Sch. Prozeß Wilhelm Brrchrr gegeK Ne „Frarrkfrrrter OderzeitZrrrg^» Im Wahlkampf zur Nationalversammlung im Januar d. I. hat die „Frankfurter Oderzeitung" gegen Herrn Bruhn, den früheren Leiter der „Staatsbüraerzeitung". als Kandidaten der Deutschnationalen BoKspartei "scharf Stellung genommen, .wer! sie, ganz abgesehen von der entgegengesetzten politischen Haltung, Herrn Brühig wie sie sagte, seiner Persönlichkeit nach für ungeeignet hielt, den Wahlkreis in der Nationalversammlung zu vertreten. Herr Bruhn erklärte daraufhin in einer öffentlichen Versammlung, er werde die „Oderzeitung" verklagen und vor Gericht den Nachweis erbringen, daß die Angriffe der „Oderzeitung" gegen ihn Verleumdungen seien. Der Wahlausschuß der Deutschnationalen Volkspartei hat sich damals am 16. Januar mit der Frage beschäftigt. Dabei ist e§ Herrn Bruhn gelungen, in den führenden Männern der Deurschrmtionalen Volkspartei des

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