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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 317

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
[Ohne Titel] / B. S.
Date
1919-07-01
Page
317 (sequence 2)
Language
German
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Jüdische Rundschau 517 jüdische Bauernsiedlungen z« schaffen, nr der neuere« Zeit bis auf die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zvrückgehen. Im Jahre 1870 wurde unweit Jaffa die erste Kolonie mit der Ackerbauschule Mikweh Israel gegründet. Acht Jahre später wurde die Kolonie Pethach Thikwnh gegründet, die heute zu den volkreichsten gehört. Dis Kolonisationsbewegnng konnte sich jedoch nicht' entwickeln aus Mangel an Kolonisten; die rumänischen Juden waren nämlich die einzigen, die in jenen Zeiten einen so harten Druck zu ertragen hatten, daß sie an eine Auswanderung aus der Heimat dachten; aber auch ihnen winkte kurz nach dem Berliner Vertrag die voLr bürgerliche Gleichberechtigung. Erst als anfangs der achtziger Jahre die großen russischen Pogrome ausbrachen und sich zu einer dauernden Institution gestalteten, setzten sich zahlreiche Massen jüdischer Auswanderer in Bewegung. Die Idee, in Palästina ausgedehnte jüdische Bauernsiedlungen zu schaffen, die, auf landwirtschaftlicher Basis ausgebaut, sich mit der Zeit zu einer nationalen Heimstätte für die Juden ausgestalten konnten, ist eine Schöpfung von M. L. Lilienölum und Or. Leon P i u s k e r (beide in Odessa), die im Herbst 1883 die Gesellschaft „C h o w e w e Zion" gründeten. Bis zum Mä^ 1896, also bis zum, Auftreten Theodor Herzls mtb des politischd i p l o m a t i sch e n Zionismus, hatte diese Gesellschaft, hauptsächlich unter Beihilfe des Barons Edmund Rothschild in Baris, bereits fünfundzwanzig Kolonien in Palästina gegründet. Der Baron Hirsch dagegen, welcher sich seit jeher mir der Judenfrage in den osteuropäischen Ländern befaßte, wählte sich Amerika, insbesondere Argentinien, zum Tätigkeitsgebiet, nicht etwa, weil er grundsätzlich ein Gegner Palästinas war, sondern weil er es für überflüssig hielt, nebelndem Baron Rothschild im Heiligen Lande zu wirken. Die vom Baron Hirsch ins Leben gerufene Jea fing ihre Tätigkeit in Amerika zehn Jahre später an als die Chowswe Zion mir Baron Rothschild in Palästina. Vergleicht man nun die von jedem dieser beiden Kolonisationswerken bis Ende 1912 erzielten Erfolge, so ergibt sich folgendes: Amerika: Dort verteilt sich die jüdische landwirtschaftlich« Kolonisation auf drei Zentren: Kanada, Bereinigte Staaten und Südamerika (Argentinien und Brasilien). In Kanada gab es Ende 1912 zwölf jüdische Kolonien und dreiundsünfzi^ Einzelfarmen mit einem Landbesitz von zusammen fünfundfünfzigtausend Hektar, auf dem achthundertachtundzwanzig Familien mit d reitausendvierhundertzweiundachtzig Seelen siedelten. In den Vereini gten Staaten von Nordamerika siedelten dreitausendsieben hundertachtzehn jüdische Farmerfamilien mit achtzehntau send fünf hundertneunzig Seelen, die einen Land- Beachtet die Anzeige; "Gabriel Riesser" Verlag!

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