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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 299

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Die Pogromhetze
Date
1919-07-01
Page
299 (sequence 11)
Language
German
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Di» PoZrsmh^» 299 VI- Die BekäLlpfurrg der Hetze. Wenn man über die Maßnahmen des Centralver- § 17zs z u r BekLim p f ung den Po grom hetz e ein gerechtes Urteil fällen will, mutz man eines nie vergessen: DerCentralv er ein ist erne politische Organisation. Das bedingt, daß ein großer und der wichtigste Teil seiner Arbeit der großen Oefsentlichkeit erst dann ausgezmgt werden kann, wenn daraus Geschichte ruht. Ebensowenig wie irgendeine politische Partei oder Organisation daran denken wird, vorzeitig ihre Karten aufzudecken (es müßte sich denn um blutige Dilettanten handeln, die ihrer eigenen Sache das Grab schaufeln), ebensowenig kann der Centralverein nun leinen Freunden in aller Oeffentlichleit rund und breit erzählen, was er gegen die gewaltigen Anstrengungen seiner GeZner für Arbeit geleistet hat und mit aller Energie unaufhörlich leistet. Wie bei einem schweren Unwetter der Kapitän eines Schiffes bis hinunter zum letzten Schiffsjungen alle ihre Kräfte daran geben müssen, so gilt das auch beim Centralverein. Solche Feststellung soll beileibe kein Eigenlob darstellen; solche Feststellung ist lediglich die Darlegung einer selbstverständlichen Pflichterfüllung für einen Berein> dem eine gewichtige Aufgabe, eine schwere Verantwortung in dieser Zeit zugefallen ist. Daß wir allen A u s sch re i t u n gen s chw er er e r Art durch Eingaben bei den Behörden, drrrch Mündliche Verhandlungen und durch andere geeignete Mittel entgegentreten, bedarf keines Wortes. Nun aber wegen jeder Beleidigung, wegen jeder Geringfügigkeit zum Kadi zu laufen, aus jeder strafbaren Handlung unserer Gegner eine große Sache zu machen, wie manche unserer Freunde möchten, dies'müssen wir ablehnen. Wir schaffen für billiges Geld Märtyrer, und die eigentlichen Drahtzieher der Bewegung bleiben ungeschoren. Und dann liegt es wirtlich nicht im Charakter unserer Zeit, sich bei jeder Kleinigkeit hinter Bmtsanwalt und Schutzmann zu stellen. A u fk lären , das i st di t Losun g. An austlärenden Flugblättern und Broschüren, an Zeitungsartikeln und Vorträgen hat es von uns aus nicht gefehlt, soll es nicht fehlen. Vor allem wichtig für unsere Arbeit ist ein fein ausgebauter N a H r f ch tendien st , den zu vervollkommnen wir unausgesetzt bemüht sind. Ob er etwas reiftet, entscheide der vorliegende Aufsatz. Unsere garrze Abwehraroeit aber wird in den Wind getan sein, wenn nicht ein jedes unserer Mitglieder für uns, d. h. für sich arbeitet. Seid auf der Wacht! so rufen wir allen unseren Freunden zu. Ein jeder helfe nach Kräften, ein jeder opfere auch nach Kräften! Ich schließe mit einem Worte, das ich jüngst in einem pommerscheu Flügblattkampfe schrieb: Wir verlangen keine Bevorzugung und keine Sonderstellung, aber wir verlangen Recht und Gerechtigkeit. Nie aber lassen w \ r auf uusererEhre Ijerumtrc'ien, u n d mit aller K r a f t l ä m p f e u xd i r g e g e n die, b i e unsere Existenz uud unser Leben gefährden. Abgeschlossen 30. Juli.

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