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Im deutschen Reich · 1919-06-01 · Heft 6 (Juni 1919) · p. 269

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 6 (Juni 1919)
Article
Nochmals die Schuld der Juden
Date
1919-06-01
Page
269 (sequence 2)
Language
German
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Das gefälschte Inserat 269 ärgert sich Herr Dehn, weil jener-die Haltung der Presse seines Vaterlandes im Kriege gerechtfertigt habe. Herr Dehn nennt ihn einen „Peter Rabbi", und seine Aeußerung soll offenbar beweisen, daß die — Juden am Kriege schuldig seien. Richtig ist, daß Stephen Wise in Budapest geboren wurde, nicht 1872, wie Herr Dehn angibt, sondern 1862; er ist im Fahre 1874, also als zwölfjähriger Knabe, mit seinem zu Erlau in Ungarn geborenen Vater Aharon nach Amerika ausgewandert, wohin dieser als Rabbiner berufen morden war. Er ist in Amerika erzogen, verficht kein Wort Deutsch, hat keinerlei Bezichungen zu Deutschland. Daß seine Syurpathien auf seiten Amerikas sind, ist selbstverständlich; wäre es anders, so würde derselbe Herr Paul Dehn ihn als Beweis für die Vaterlandslosigkeit der Juden anführen. . Aber vielleicht täte Herr Paul Dehn besser, über die Haltung der großen deutschen Blätter in Amerika seit Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg nachzudenken? Paul Dehn zitiert das Urteil eines Amerikaners: „Das Geschäft des New-Horker Journalisten besteht darin, die Wahrheit zu verzerren, mit eiserner Stirn zu lügen, zu verdrehen, herunterzureißen, dem Mammon fpeichelleckerisch zu dienen und fein Land und seine Rasse für sein tägliches Brot oder, was dasselbe ist, für sein Gehalt zu verkaufen". "Es muß leider gesagt werden, daß dies nicht bloß für den New-Iorker Journalisten gilt. E. O t h o n. Das gefälschte Inserat. Während des Wahlkampfs ist an den Hauswänden der großen Städte als Plakat und in vielen Zeitungen des Reiches als Inserat folgender Aufruf verbreitet worden: „Die Partei der Juden ist die Deutsche Demokratische Partei. JüdischeWähler und Wählerinnen, erfüllt am 2 6. Januar Eure Pflicht!" Es handelte sich um ein antisemitisches Wahlmanöver. Anhänger der reaktionären Gegenparteien der Demokratischen Partei, die sich in der Deutschnationalen Volkspartei zusammengeschlossen hüben, bezweckten mit jenem Ausruf, in deutschen Wählerkreisen die WerbÄraft der Demokratischen Partei zu schwächen durch die bewußte Unwahrheit, daß die Deutsche Demokratische Partei die Partei der Juden sei. Wir haben erst kürzlich ziffernmäßig nachgewiesen, einen wie verschwindenden Bruchteil innerhalb der für die Demokratische Partei abgegebenen Millionenstimmen die Stimmen der jüdischen Wähler ansmachen. Doch es handelt sich jetzt weniger um die Zurückweisung der Behauptung, als um das unehrliche Wahlmanöper, das hart die Grenze des Betruges, streift. In welchem Umfang durch diese Plakate und Anzeigen Verwirrung ungerichtet wurde, beweist eine Riesenannonve der Deutschen Volkspartei (frühere Nationalliberale), die in der Gollnower Zeitung „Der Bote" feierlich erklärt, daß jener „Aufruf der Juden zur Wahlbeteiligung für die 'Deutsche Demokratische Partei nicht von uns stammt. Wir

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