Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- Nochmals die Schuld der Juden
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 268 (sequence 1)
- Language
- German
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268 Im deutschen Reich Nochmals die Sch«ld der Zrrden. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Nummer 14 der „Alldeutschen Blätter" vorn 5. April finde icheinen Artikel des sattsam bekannten Paul Dehn unter der Ueberschrist „Drahtzieher der Kriegsbrüderschaft". Wie es sich für Herrn Dehn von selber versteht, waren die Drahtzieher des Weltkrieges lauter Juden. Indessen möchte ich die Lifte des Herrn Dehn nach einer anderen Seite hin ergänzen. Der jetzt so viel genannte polnische General Haller heißt Haller von Hallenburg, spricht jetzt noch das Polnische mit fremdem Akzent; er gehört einer um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Westgalizien angesiedelten deutschen, evangelischen Großgrundbesitzerfamilie an, die in österreichischem Staatsdienste stand. Sein Großvater bekämpfte 1868 inz gebrochenem Polnisch im Landtag zu Lemberg den Antrag auf bürgerliche Gleichstellung der Juden, so daß er sich vom Grafen G o - luchowski sagen lassen mußte, die Juden seien in Polen um Jahrhunderte früher ansässig gewesen als die Herren Haller von Hallenburg. Der Anführer der deutschfeindlichen Partei unter den Polen, der seit Kriegsausbruch von Lausanne aus den Anschluß der Polen an die Entente mit unerbittlicher Heftigkeit befürwortete, heißt Erasmus Piltz und ist evangelischer Konfession. Der Organisator der tschecho-slowakischen Truppen in Rußland zum Kampfe an der Seite der Entente heißt Dü r i ch. Es wäre auch an den Abbe Wetterlö und an den Oberbürgermeister Dr. Blumenthal zu denken. Oder darf man an die englischen Diplomaten B u n s e n und Goschen (Göschen) erinnern oder, au die zahlreichen russischen Generale, wie Rennenkamps, von Keller, Völkersahm, die Ostpreußen und Galizien mit ihren Kosakenhorden überfluteten? Jener russische Diplomat, der «die Ermordung des österreichischen Thronfolgers von Belgrad aus anzettelte, war Herr vonHartwi g. Sie stammten aus alten urgermanischen Familien, die nicht etwa, wie die deutschen Jüden im 14. und 15. Jahrhundert, aus Deutschland vertrieben worden waren— und ihre Muttersprache war Deutsch; Russisch konnten die meisten nur zur Not! Warum gedenkt Herr Dehn nicht dieser „Drahtzieher der Kriegsbrüderschaft" in Ehren? — Die Alldeutschen haben in diesem Kriege die künstliche Herstellung von Juden in großem Maßftabe betrieben. D'Annunzio wurde zum Juden gestempelt, und weil er Rapagnetta heißt, wurde er Rappaport genannt und sein Geburtsort nach Tarnopol in Galizien verlegt. Sein Freund, Maurice Barr es, der alte Auvergnate, Führer der französischen Nationalisten und Klerikalen in der Literatur und in der Kammer, galt den alldeutschen Gelehrten ebenfalls als Jude, seit er eine flammende Haßrede gegen die Deutschen vom Stapel gelassen, bis er die Ausnahme Henri Bergs o n s in die französische Akademie wütend bekämpfte, weil er — Jude ist. Auch über den amerikanischen Journalisten Dr. Stephen W i s €