Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 264 (sequence 11)
- Language
- German
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264 Fm deutschen Reich So müßten alle sprechen, die in diesen Tagen schlimmster Gefahr für Deutschland einige der bösesten Bestimmungen des Friedensvertragsentwurfes abwenden wollen. Statt dessen wird in dem antisemitisch-alldeutschen Blatt die Entente geradezu verhöhnt, daß sie sich der ausgeplünderten, beraubten und durch Morde dezimierten Juden in Polen usw. annehmen will. Nein! Die „Deutsche Zeitung" hatte zu dem Haag-Pariser Telegramm schreiben müssen: „Euren Verträgen glauben wir nicht! Ihr fixiert Rechte auf dem Papier, wahrend ihr in Wirklichkeit Pogrome zulaßt und immer noch die Polen als gleichberechtigte Kulturnation nicht nur anerkennt, sondern stärkt und bereichert." Damit aber noch nicht genug. Die Entente wird nicht nur verhöhnt, weil sie sich der Juden in jenen neuen Staaten (aus dem Papier) annimmt, sie wird nicht nur nicht angegriffen, weil zwischen ihren idealen Worten und den Tatsachen ein klaffender Widerspruch besteht — die „Deutsche Zeitung" benutzt die Mitteilung aus Paris noch dazu, den deutschen Juden einen Hieb von hinten zu versetzen. Die Ueberschrift lautet: „Wie sich die Entente der Juden annimmt." Der Leser muß hierbei natürlich an die deutschen Juden, an einen Zusammenhang zwischen uns und der Entente denken. Das war wohl auch der Zweck der Hebung. Sonst würde in der Ueberschrist zum Ausdruck gebracht worden sein, daß sich die Entente der p o I n i s ch e n Juden annimmt. I. Sch. Abgeschlossen am 31. Mai. „Offener Aufruhr in Indien!" So lautete ein redaktioneller Leitartikel der „Times" vom 19. April, der hier auszugsweise wiedergegeben werden mag: Noch in dieser Woche wurde berichtet, daß die Eisenbahnstation Gudschanw a>la (nördlich von Lahora imPendsch ab) durch Meuterer auf Aeroplanen angegriffen, mit Bomben beworfen und durch Maschinengewehre beschossen wurde. Die Wirren wiederholen sich an verschiedenen Ortschaften. Die Regierung versucht, die Ordnung durch soldatische Strenge wiederherzustellen. Der Vizekönig hat eine Prokürmation erlassen, in der er mit aller Schärfe vor weiteren Aufständen warnt., Aber die einmal entfachte Bewegung scheint nicht ersticken zu wollen. Der Aufruhr in Viramgam, einem der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte im Bezirk von Bombay, zeigt am besten, daß es sich nicht um einen momentanen Ausbruch eines gewalttätigen Pöbels handelt. Versuche, die Eisenbahnlinien zu zerstören, sind häufig. An vielen Orten sind diese Versuche nur zu gut geluugeu. Im Pendschabgebiet stockt der Verkehr vollständig. Die Telegraphendrähte wurden durchschnitten; Informationen aus dem Innern des Landes sind schwer zn erhalten. Indessen beschränkt sich die Bewegung nicht aus das Pendschabgebiet; in ganz Indien find Unruhen zu bemerken, und eine Verbindung mit den russischen Bolschewisten ist unverkennbar. Me Verbrüderung von Hindus und M o h a m -