Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- Eine Auseinandersetzung
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 249 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Eine Auseinandersetzung 249 Eine Auseinander?etzung. (Fuchs — Klötzel.) In ker zionistischen Wochenschrift „Volk und' Land" (Heft 16) hat der verantwortliche Redakteur C. Z. Klötzel einen längeren offenen Brief an 'den Vorsitzenden des Centralvereins, Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, gerichtet. Er beschäftigt sich in ihm mit den unseren Lesern bekannten Ausführungen des auch im „Deutschen Reich" veröffentlichten Artikels von Fuchs „Was nun?" Er versucht, die einzelnen Ausführungen zu widerlegen und fordert Geh. Rat Fuchs öffentlich auf, „das Signal dazu zu geben, daß das nichtzionistische deutsche Judentum sich mit der Tatsache des werdenden jüdischen Palästina in einer Weise abfinde, die seiner und der jüdischen Sache würdig ist. Sonst könnte es geschehen, daß die deutschen Zionisten sich gegenüber dem übrigen deutschen Judentum als vollkommen nichtinterefsiert erklären". Geh. Rat Fuchs hat darauf in Heft 18 von „Volk und Land" eine offene Antwort gegeben, die wir veröffentlichen, weil sie zu den zionistischen Argumenten, insbesondere zum zionistischen Volksbegriff Stellung nimurt und deshalb für unsere Vereinsmitglieder beachtenswert ist. Der Artikel lautet: x „Offene Antwort auf einen offenen Brief". Sehr geehrter Herr Klötzel! Ihrer Bitte, meine Antwort aus Ihren Brief in den Spalten von „Volk und Land" zu veröffentlichen, entspreche ich gern, zumal der Brief mich durch Sachlichkeit und Wärme? angesprochen hat. Einen guten Teil dessen, was ich auf Ihre Einwürse zu sagen habe, habe ich bereits in siner Replik -gegen Nahum Gothmann veröffentlicht, die in- Nr. 13 der „Neuen Jüdischen Monatshefte" erscheinen wird. Ich «darf hier darauf Bezug nehmen und bemerke nur noch sorgendes: 1. Daß der jüdische Nationalismus darauf a u saeh t, aus dem Judentum «ein chauvinistisches, imperialistisches Volk zu machen, habe ich nicht gesagt und sage ich nicht. Wer Chauvinismus und Imperialismus sind n a t u r n o t w e n dig e Folgeerscheinungen im Kamps eines Volkes um Territorium und völkische Selbsterhaltung. 2. Daß die Volksidee allein den Weiterbestand des Judentums verbürgt, bestreite ich. Das widerspricht auch der historischen Erfahrung. Ewig sind nur die Ideen und nicht hie Nationen. 3. Mögen auch die Juden ehemals ein Volk, ihre Religion eine Volksreligion gewesen fein und, anders als Christentum und Mohammedanismus, das Werbemittel der Mission und den Gedanken der Profelytenmacherei aölehnen, so gehört doch die dauernde Beschränkung der Religion auf ein Volk nicht zum Zeichen des Judentums. Kraft ihrer messiani scheu Mission will sie über die nationalen Grenzen hinweg ein geistiges Reich schassen. Die Zurückführung der jüdischen Gemeinschaft zu der ursprünglichen, nämlich nationalen Form ihres Bestehens, kurz gesagt die Nationalisierung, fördert nicht, sondern stört Hre messianifche Mission.