Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 227

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Eine neue Zeit
Date
1919-05-01
Page
227 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316888-2316893-2355668--29854-2355775
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Eine neue Zeit 227 % i werden, nicht itur durch öfteres Erscheinen, sondern euch nach der belletristischen Richtung hin, damit sie'nicht lediglich ein MirteilungZorgan für Mitglieder, sondern, was wesentlich ist, ein Anfklärungsorgan jiir außenstehende Greife sei. Es sollte weiter eine Korrespondenz geschaffen werden, die die großen Tageszeitungen mit entsprechenden Mitteilungen und Artikeln versehen könnte. Ncrch^crußen sollte der Geist und die Ideen .des C. D. getragen werden, und eine entsprechende Beeinflussung und Bearbeitung der öffentlichen Meinung sollte dadurch ermöglicht werden. Wir keimen-die M-acht der Presse hinreichend, um bis Bedeutung ^gerade dieser Frage vollauf Zu würdigen. Wirkte es doch z. B., ich möchte fast sagen wie eine befreiende Tat unter dem Druck einer immer mehr und mehr sich fühlbar machenden Mdenfsilldlichen Bewegung in der Bevölkerung und unter dem Druck einer unverantwortlichen Hetze, zu der sich -bei uns in Bayern sogar eine sonst nicht antisemitische Presse h'rnreißen ließ, als in .den „Lllünchner Neuesten Nachrichten" (Nr. 618 vom 7. Dez.) ein treffender Artikel „Ein Wort der Abwehr" erschien. Ich glaube nicht sehlzu'gehen, .wenn ich annehme, daß der Artikel von der Ortsgruppe München des E. V. ausging/ Was hier im EinZelfalle dank der Initiative einer Ortsgruppe oder eines Privatmannes möglich war, das Hütte der Berliner Leitung auch während des Krieges nicht unmöglich sein dürfen. Um aber auf die ins Auge gefaßten Probleme zurückznkOMMLN, so sollte endlich auch die Organisation des Vereins arrsgebauL und erweitert werden, die' einzelnen Ortsgruppen sollten durch Vorträge und Versammlungen neu belebt werden." Wahrlich, eine Fülle von Ausgaben, deren Durchführung uns heute eine ganz andere Bekämpfung des Arrtisenn'LiZmns ' ermöglichen würde. Es "drangt sich einem, um nur ein Beispiel die Frage aus, wie es kam, daß sämtliche Artikel, die sich in' den Tageszeit-rmgLn mit jüdischen Fragen beschäftigten, auch in Zeitungen, die sicherlich keine schlechte Absicht damit verbanden, 3 i o n fft i s ch orte n t I er r waren, so daß der Eindruck entstehen mußte, als ob der Zionismus die ausschlaWebende Anschauung der doütschen Juden sei. Was hat der C. V. getan, um die junger, Leute, sagen wir einmal die studierende I u gend "für sich zu gewinnen? Er har sie sich selbst oder -Len eifrig werbenden Zionisten i-berlaffen. Er hat sich diesem Vorwurf gegenüber stets auf die Verbindungen des K. C., die j-a auf dem. Beiden .des C. V. MnDen, berufen. Ich habe bereits in einem früheren Aufsatz („Sammlung der Kräfte", Mürzhesr 1918) daraus hmgewielen, daß das nicht hinreichend ist. Und -die Entwicklung der Dinge hat mir reckt gegeben; &emt heute liegen -doch die Verhältnisse nicht mehr so wie frühere Bei dem demokraLischeu" und freiheitlichen Prinzip, von dem unsere neue Zeit durchdrungen ist, stellt das VerörndM-gswesen keine Macht mehr in der akademischen Welt von heute Lar. Und dann darf man auch die Tatsache nicht außer acht lassen, daß wir einen sehr hohen Prozentsatz weiblicher Studierender haben, die. doch für eins Verbindung gewiß nicht in .Betracht kommen. Ich verkenne nicht die Verdienste, hie sich der C. V. um die im Felde stehenden Juden erworben hat; sie werden noch an anderer Stelle gewürdigt werden. Aber trotzdem kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, als ob wir vom Ck V. in den letzten Jahren nicht mehr so recht ans der Höhe gewesen wären, als ob wir nicht mehr das geleistet hätten, was wir dgWt.-- lich hätten leisten müssen, als ob wir, um ein Ziemlich abgedroschenes Wort zu' gebrauchen, ans den Lorbeeren aüsgerrcht hätten, soweit welche vorhanden waren. Woran mag das mm'liegen?' Zum'Teil sicherlich an einem falschen System, wie es in der Zusammensetzung der Leitung zum Ausdruck kommt.' Es sitzen an den-leitenden Stellen des C. V. zu viel Akademiker und zu wenig Leute aus den allgemeinen Berufs ständen, zu viel alte und p wenig jüngere Leute. Es steht fast so aus, als' ob man miv-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.