Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1919)
- Article
- Nochmals Klatzkins "Probleme des modernen Judentums"
- Date
- 1919-05-01
- Page
- 217 (sequence 2)
- Language
- German
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Nochmals Klatzkins „Probleme des modernen Judentums" 21% ZudentWn der Ideen, der Ideen des Monocheismus, des MesfiMWUs, des-D^timismus,. -üirz. ein allgerneiri geistiges Judent-um, an Stelle - desbisheriHLN, infesten Formen" gehegten religiösen Judentums- Dieses, vergersägte Judentum ist das Judentum der Aisimilation.uttb kann irr seirmr 'Losgelöstheit von der religiösen Farn: nur zur Assimilation führen (wobei M bemerken ist, Assünrlation stets im Sinne von nationaler Mimilatiou'- gemeint ist), Wir kommen somit zur Unterscheidung Zweier- Kriterien des Judentums, des Kriteriums des Gesetzes judentums und des JdeenjudenL-ums. Diese beiden Kriterien sind subjektiv; sie setzen das Bekenntnis, den Willen voraus. Der Nationalismus schür ein' drittes, objektiv bestehendes, die Zugehörigkeit zur Na L i.o rn . Nun beging"- eine Weite. Richtung des Nationalismus, der sog. geistige Nativ-- uatismus^. eine .große. Inkonsequenz. Sie sah in dem allgemeinen Ideengehalt des Judentums auch ein nationales Kriterium. Hierin liegt fürden Nationalismus ein tiefer Widerspruch- Demi das Judentum» -das.. wre-Uatzk-in. beweist, seinem Wesen nach Gesetzes-, nicht Jdeenrelig-ion ist. das seinen" nationalen Bestand nur durch die ausgesprochene Enge seiner religiösen' Gesetze hatte, kann, auch in Gegenwart und Zukunft "seine natioitaleu Garantien nur im Gesetz sehen, nicht ist Ideengehalt; denn dieser ist' nicht -nationalen, sondern .übernationalen, .allgemein menschlichen Wesens' und Wertes. So ist der sog. geistige Nationalismus ein Widerspruch in sich: er sieht das' Kriterium des Nationale n in den ü b e t n a t i b rt a I e n Ideen, die die Assimilätionsperiode schuf oder vielmehr auf den Schild, erhob. Er negiert sich also selbst Und worin sieht der wahre Nationalist das Wesen"'des nationalen Judentums? Nicht in seinem. Gehalt, den Ideen, sondern in seinen nationalen Formen, im Land und in der Sprache. Klatzkin sagtr „O hu e die Zukunst - Korrelatio n des n a Li v -- n a l e n.. La n d e s und der nationalen Sprache ist .der N-a-üio.n.al i sm usin der Diasporaohne Sr nit und bre- A s f x nx i I a t i 0 tt eine mutige Konseauen z" — Worte, die wir. uns merken müssen. Nicht der jüdische Gehalt stempelt irgendein Werk der.'Literatur zu einem, jüdischen, sondern nur die Sprache verleibt''es der 'jüdischen Literatur ein. Und ein wahr-hast nationales Leben ist .nur in Palästina, nie in der Diaspora möglich. So muß der wahre Nationalist die Forderung nach -Land und Sprache erheben. . Im .folgendenbeschäftigt sich' Klatzkin mit. zwei - Sätzen der .Vertreter d es g;eist igen Na Lio naliu b etti um s , die als Einwande gegen seine Theorie .gelten könnend Id. Eine v olligeAss i ml lr e tu rrtzder Judenheit kann nicht erfolgen. .'.Die Assimilationsversuche sind gescheitert; das Judentum besitzt die? eigenartige Qualität, nie und nimmer zu vergehen. Dieser Satz'ist nach Klatzkin' falsch. Das nationale Judentum ist, wie er ja schon bewiesen ■hat, in den Jahrtausenden nur zusamm-engehalten worden durch die . strengen religiösen Formen, durch die Reliaiousverf-Lssung, .die' sozuagen einen tragbaren Staat dargesteüt hat. Das wahrhaft Jüdischest ). h. im Sinne Klatzkins das wahrhaft Nationale im Judentum lag eben nicht in der allgemeinen Ethik, im RabLmismus mehr als im PropheLismus. Mit" dem Wegfall der Form, mit der Vernichtung . ihrer Autorität ist und muß das Judentum rettungsloser-.Assimilation . . anheimgegeben sein. Schon heute ist das Judentum -des -Westens . nur noch'eine Farce; es HW sich nur noch durch , das Reservoir im Osten, wo die religiösen Formen noch in Geltung sind. So hat uns, - 'von gewissen mehr negativen Faktoren abgesehen,' in der Hauptsache nur die religiöse Form erhalten. Mt dem Wegfall dieser Erhaltungsmomente, ist .unsere Assimilation,' 3b. h. immer nationale -Assimilation, möglich und unvermeidlich.- ' ..