Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / B. S.
- Date
- 1919-05-01
- Page
- 211 (sequence 4)
- Language
- German
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Jüdische Rundschau- 211 dort die Sache der Araber zu führen. Die Antwort war eine Verbannung nach Malta. Diese Maßregel gab, nach dem ausdrücklichen Zugeständnis der „Times", das Signal zum Aufstand, der mit einem Schlage im ganzen Lande ausbrach. Die Fellachen, welche bisher allen Unabhängigkeitsbewegungen Aegyptens teilnahmlos gegenüberstanden, beteiligten sich fetzt stark an dem Aufstand. Vom Westen her erfolgten Angriffe der Beduinen. Der bisherige Oberkommissar von Aegypten, W i n g a t e Pascha, mußte durch keinen Geringeren als den General Allenby, den Sieger von Jerusalem und Damaskus, ersetzt werden. Dieser, vielleicht der erfolgreichste englische Heerführer im Weltkriege, der bisher schon als oberster Kommandant in Aegypten ausgedehnte Kompetenzen besaß, ist mit noch weiteren, tatsächlich unumschränktenRechten über Aegypten und den Sudan ausgestattet worden, er ist setzt der wirkliche Diktator über diese Gebiete. Möglich, daß die Gefahr für den Augenblick überwunden ist. Bezeichnend ist aber die Aeußerung der Pariser „Livre Parole": „Frankreich hat mit Enaland Verträge geschlossen, die formell aus jedes Interesse am RiÜal verzichten. Wir werden die Vertrage streng beobachten. Das hindert jedoch nicht, es auszusprechen, daß es eine ägyptische Frage gibt, welche man aus der Friedenskonferenz nicht wegeskamotieren kann. Die britischen Behörden haben die Unruhen mit einer Grausamkeit unterdrückt, die an die dunkelsten Stunden von Denschawi erinnert. Das ist keine Lösung." — Der alte Gegensatz Zwischen Franzosen und Engländern am Ml erwacht wieder. — Und in diesen Wirbel hinein sollen die vielgeplagten, gehetzten und gepeinigten Ostjuden gestellt werden, um eine „gesicherte Heimstätte" zu finden' Hebräisch oder Jüdisch? „Die Ausgabe der ganzen Judenheit ist es jetzt, dafür zu kämpfen, daß sie,als einheitliche N a t i v n anerkannt werde und überall nationale Autonomie erlange!" So lautst das Feldgeschrei der zionistischen Partei, das jetzt alle jüdischen Kreise erfüllt. Was das Schlagwort „nationale Autonomie" bedeuten soll, darüber herrscht völlige Unklarheit; niemand weiß, was für neue Rechte uns Inden damit eingeräumt werden sollen, außer denen, die die Verfassung uns aus Grund der bürgerlichen und politischen Gleichberechtigung gewährt. Dafür hören wir vielfach, daß wir „sprachliche Gleichberechtigung" zu fordern hätten, die wir nur auf Grund der besagten nationalen Autonomie erlangen könnten. „Unsere Sprache", so versichern uns die Zionisten, sei nämlich gar nicht die deutsche — obwohl wir sie §on der Wiege bis zum^Grabe sprechen, obgleich unsere jüdischen Zeitungen m ihr