Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1919)
- Article
- Die Juden, die Antisemiten und die Regierung
- Date
- 1919-05-01
- Page
- 201 (sequence 6)
- Language
- German
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Dis Juden, M Antisemiten und die Regierung W! Kunst und Volksbildung, mit der Bitte um Nachprüfung. Haenisch bestellte sich seinen Geh. Regierungsrat Menzel zum Bortrag, und am 4. April 1616 ging aus dem oben genannten Ministerium mit dem hochtrabenden Namen folgendes Dokument am mich ad: Berlin W. 8, Unter den Linden 4. Sehr geehrter Herr! '; Änf das dem Herrn Minister eingereichte Schreiben, das hiermit znlüafolgr, teile ich Ihnen i n seinem A u f t r a g e (!) ergebenst mit, haß durch das Schulunterhaltungsgesetz den Gemeinden enge Grenzen in der Verwendung jüdischer Lehrkräfte gezogen sind. Das -dürfte (!) nach der Grund der vorliegenden Ablehnung sein. Mir Hochachtung ergebenst Menzel, Geh. Reg.-Rat. So klug bin ich allerdings auch schon vorher gewesen; denn, wenn ich nicht irre-, hat uns bereits Fritz Reuter die Kenntnis der Tatsache vermittelt, daß die Armut von der Powertä stammt. Neu aber ist mir, daß unter Haenisch genau wie unter Trott Zu Solz und wie die „Kultus"-Minifter der Vergangenheit alle heißen mögen, bei der Anstellung von wissenschaftlichen Lehrern zuvörderst nach dem Religionsbekenntnis gefragt wird! Jeden-- falls können die Sief, die Lehmann und ihr ganzes alldeutschantisemitisches Gefolge noch sehr lange in schönster Ruhe und Sorglosigkeit schlafen. — . ■ 2. Einbürgerung. Ein verheirateter Berliner Arzt, dessen verstorbener Vater vor reichlich 60 Jahren aus Russisch - Polen nach Deutschland kam, dessen verwitwete Mutter Deutsche war und wieder wurde, der in Berlin vor etwa 40 Jahren geboren äst, dortdie Schule und die Universität besucht hat, in Deutschland approbiert ist, seit anderthalb Jahrzehnten praktiziert, im Kriege Tausende von Soldaten kostenlos behandelt hat, bemüht sich (wobei ich ihn unterstütze) um seine Einbürgerung. Ministerpräsident, Polizeipräsident haben mir ihr „Möglichstes" versprochen . . .... die Sache kommt aber nicht vom Fleck. Im Gegenteil! Die Bureaukratie von heute! e h n t a b, lehnt ab, und zwar mit einem Schreiben, das wortwörtlich übereinstimmt mit denen,, die der Petent in gleicher Angelegenheit vor zwölf, vor fünfzehn Jahren unter irgendeinem Hohenzollern-Minister und Junker- Polizeipräsidenten auch schon erhalten hat! /Schlafen Sie ruhig, meine. Herren, Liek, - Lehmann - und Co.. -— Herr Lindig wacht am Alexanderplatz? 3. AmKche Juden-Brandmarknng. Eine Amsterdamer Firma erkundigte sich nach den derzeitige.n Aussichten der deutschen S p i e l w a r e n - I n d ü str i e. Jntereßenten fanden die Fragestellung /„verdächtig", rochen