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Im deutschen Reich · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. 146

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
Die Flucht aus der Wirklichkeit
Date
1919-04-01
Page
146 (sequence 2)
Language
German
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146 Fm deutschen Reich Inhalt nach, wie der Besten einer; er hat den „Judenschmerz" mit der eigenen Seele erlebt, nicht nachempfunden; er ist von innen heraus zum Zionismus gekommen, nicht durch äußere persönliche' Enttäuschungen zu ihm hingeleitet worden; seine Schlüsse sind von strengster Folgerichtigkeit und Unerbittlichkeit. Er hat die Tapferkeit, seine Gedanken bis zur äußersten Schroffheit zu Ende zu denken, unbekümmert, zu welchen Ergebnissen sie führen — und ohne die Voraussetzung zu prüfen. Hat man aber das Buch zu Ende gelesen, so sagt man sich: Wenn das der Zionismus ist, dann ist er ja nichts als eine abstrakte Lehre für ein Häuflein Theoretiker und Träumer, für wirklichkeitsfremde Anachoreten und Mönche, ein luftiger Gedankenbau, der in hohen Regionen schwebt,. aber gar nicht den Anspruch erheben kann, jemals auf der niederen Bodenfläche des Lebens, aufgerichtet zu werden; eine funkelnde, schimmernde Fata Morgana, die in den Wolken dahinfährt,, eine Augenweide, für Liebhaber der himmlischen Räume/nicht aber ein Leitstern für die Führung und das anstrengende Arbeiten von vierzehn Millionen Menschen auf Generationen hinaus. Darum kann man . sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der Verfasser, ohne es zu wollen und zu wissen, eine grimmige Satire auf den Zionismus geschrieben hat, der ihn zu überwinden ' bestimmt ist. I. Das „außerreligiöse" Judentum. In eine knappe, energische Formel zusammengefaßt, lautet die Lehre des Verfassers wie folgt: die „Jüdische Nation" ist im Galuth (Zerstreuung) dem unabwendbaren Tode geweiht) ihr Schicksal ist der endgültige, restlose Untergang, die Auflösung, das Verschwinden, unter unsagbaren Schmerzen und Qualen.. Will die jüdische- Nation diesem, unentrinnbaren Schicksal entgehen, so bleibt ihr nur ein Ausweg: sie muß.sich wieder im Lande der Väter sammeln, dort einen Staat gründen, die hebräische Sprache, wie ehemals, wieder zur Volkssprache werden lassen und die vor 2000 Jahren unterbrochene Kontinuität ihres normalen nationalstaailichen Lebens aufnehmen. So, und nur so, wird sich die jüdische Nation das Leben retten. Mit. unbedingter Sicherheit steht nämlich fest, daß die Juden eine „Nation" sind, nicht etwa in dem Sinne, in welchem, man noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts etwa von. einer katholischen und einer protestantischen Nation, in Deutsch-- land sprach, auch nicht ein Volk in dem Sinne, wie man vomoayerischen, württembergischen, preußischen, in jüngster Zeit sogar vom Hannoveranischen Volke spricht, sondern eine richtige stLatspolitische Nation, ganz . wie die Franzosen, Engländer,

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