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Im deutschen Reich · 1919-03-01 · Heft 3 (März 1919) · p. 120

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 3 (März 1919)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1919-03-01
Page
120 (sequence 8)
Language
German
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120 Im deutschen Reich haben, zu verzeichnen. Ihr ReligivnMuch bestecht nicht aus den Worten Gottes in ben Büchern Mose und -der Propheten, sondern hn Satansbuche, im sog. ,Talmuds" Es folgen dann, wie Or. Blochs Wochenschrift schreibt, einige längst vor dem Wiener Landesgericht alis gemeine Lügen und böswillige Fälschungen geörandmarkte „Zitate" aus"dem Talmud, welche den angeblichen Ehristenhaß der Juden beweisen sollen, und dann heißt es weiter: „Diese von Gott und den Menschen und von ihren eigenen Vätern verfluchten Jüden, deren Atem bis heute noch nach Ziegenbock stinkt, mögen fetzt, in der Zeit der Vergeltung, Zusehen, was der ewige lebendige Gott ihnen versprochen hat." Zum Schlüsse wird ausgeführt, daß Gott selbst für die Jüden, „seine Erzfeinde", das „fünfte Gebot: ,Du »sollst nicht tötend aufgehoben, ja, daß Gott selber die Juden, die Zynischen Menschenverderber, als vogelfrei erklärt hat, ünd daß die Pogrome die gerechte Erfüllung find der mosaischen Prophezeiungen und ,ei'ne Freu d»e Gottes LiVdew." Diese gotteslästernde Broschüre wurde nicht nur an Gast- und Kaffeehäuser zum Ausleqen verteilt, sondern sogar in den — Kirchen verbreitet. * Die Wahlen in Deutsch-Oesterreich haben den Sozialdemokraten einen großen Erfolg gebracht, den antisemitischen Christlich-Sozialen eine Niederlage insofern, als die antisemitischen Parteien aus der Mehrheit verdrängt sind, die sie bisher besaßen. Ganz besonders in Wien hat sich der Umschwung gezeigt, in jenem Wien, das durch Karl Lueger dem. Antisemitismus erobert und seit ungefähr einem Vierteljahrhundert den Anhängern und Trabanten eines wüsten Antisemitismus ausgeliesert war. Zu den Gewählten gehört auch — zuw ersten Mal — ein Nationaljude, Staatsbahnrat Stricker. Leider ist Dr. Ofener, einer der besten JudenOesterreichs, einer der lautersten und fähigsten österreichischen Politiker, bei den Wahlen verdrängt worden. (Abgeschlossen 26. Februar.) Z- Die Trennung von Staat und Kirche. Von Dr. Leo Hirschseld, Assessor in Berlin. (Schluß.*) Abgesehen von dieser administrativen Beaufsichtigung der Gemeinde äußert sich das A u s f i ch t s r e ch t des Staates über die Religionsgesellschasten auch insoweit, als der Staat sich *) Infolge der Papierknappheit mußte der Artikel in zwei Teilen erscheinen. Um den Zusammenhang zu erhalten, sei daran erinnert, daß zunächst die verschiedenen Kirchenrechtssysteme erörtert wurden, dann der Begriff der Trennung von Staat und Kirche im allgemeinen dargelegt wurde, um dann die 'Frage zu beantworten, welchen Einfluß die absolut durchgesührte Trennung auf das Judentum hat. Hier wurden zunächst die Folgen der Trennung aus das Leben der Synagogengemeinde als Korporation betrachtet und dann das Aufhören des Aussichtsrechts 'des Staates über die Synagogengemeinde besprochen.

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