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Im deutschen Reich · 1919-03-01 · Heft 3 (März 1919) · p. 112

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 3 (März 1919)
Article
Zionistische Argumente
Date
1919-03-01
Page
112 (sequence 2)
Language
German
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112 Jur deutschen Reich jüdischen Volkstum wird dort mit Argumenten begründet, die sich ohne weiteres als haltlos erweisen. 1. Die „Rundschau" sagt: „Der deutsche Jude glaubt, sich an seinen staatsbürgerlichen Pflichten zu Versündigen, glaubt als Glied der deutschen Staats- und KulLurgemeinschafL, glaubt als Deutscher nicht das Recht zu haben, sich zürn jüdischen Volke zu bekennen." Das ist nicht richtig. 'Nicht weil wir uns durch unser Bekenntnis Zum jüdischen Volke an unseren staatsbürgerlichen Rechten zu versündigen glauben, Lehnen wir den Zionismus ab, sondern weil unsere Zusammengehörigkeit zum Judentum keine völkische ist. Es gibt Wohl im Osten jüdische Massensiedlungen, die für sich den Begriff der Nationalität in Anspruch nehmen können; es gibt aber keine jüdische Nation in Deutschland, überhaupt nicht in den Ländern des Westens und auch kein jüdisches Gesamtvolk. Ein seltsames Volk, das keine gemeinsame Sprache spricht, keine gemeinsame Kultur, keine gemeinsame Scholle hat. 2. Gewiß sind Volk und Staat Zwei vollständig verschiedene Gemeinschaften oder können es wenigstens sein, und es sollen die einzelnen nationalen Gemeinschaften innerhalb des Staates das volle Recht der Wahrung und Pflege ihrer eigenen Interessen und ihrer eigenen Kultur haben; aber wie gesagt, in Deutschland sind die Juden keine nationale Gemeinschaft, und es hat sich die Aneignung des jüdischen Volksgedankens deshalb hier nicht so leicht und hemmungslos vollzogen wie in den andern Ländern. 3. Die „Jüdische Rundschau" sagt: „Wie der Katholik sich als Glied der internationalen katholischen Kirche, der Sozialist als' Teil des internationalen Proletariats empfinden darf, so wird es der Jude für sich in Anspruch nehmen dürfen, Glied der internationalen jüdischen Volksgemeinschaft zu sein." Hier liegt der Trugschluß offen zutage. Aus der Analogie zum Katholiken kann doch nur gefolgert werden, daß der Jude sich als Glied der jüdischen Religionsgemeinschaft fühlen muß, nimmermehr kann doch gefolgert werden, daß der Jude sich als Glied der internationalen jüdischen Volksgemeinschaft fühlen darf, so wenig sich der Sozialdemokrat als Glied einer internaLionalen Volksgemeinschaft fühlt. Internationale katholische Kirche und internationales Proletariat sind doch keine Volksgemeinschaft. Die deutschen Juden stehen nicht anders da, wie jetzt Katholiken und Evangelische, sie sind deutsche Volksgenossen und Mitglieder einer internationalen Religionsgemeinschaft. Geht man dem Worte „Volk" zu Leibe, so zeigt sich die Haltlosigkeit der zionistischen Beweisführung. Einmal ist „Volk" identisch mit Gemeinschaft, ein andermal mit der Naturgegebenheit, die durch gemeinsame Sprache, gemeinsames Land, gemeinsames historisches Erleben bedingt ist. II. Im Anschluß an eine Resolution des Centralvereins zur Palästinafrage schreibt die Prager zionistische „Selbstwehr" (vom 7. Februar) unter der Überschrift: „Palästinaprogramm der deutschen Antizionisten" folgende Schlußfloskel nieder: „Die Herren, welche immer wieder die Zionisten als unpatriotisch denunzierten, suchen durch solche lahme und halbe Erklärungen den An-

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