Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1919)
- Article
- Jüdische Flieger im Kriege
- Date
- 1919-02-01
- Page
- 78 (sequence 3)
- Language
- German
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Im deutschen Reich 78 durch. Er lebte in London, ließ sich dort aber nicht, wie es Tausende anderer Deutschen taten, internieren, sondern flüchtete auf einem Kohlendampser. Nach Verwundung an der Front meldete er sich zur Fliegertruppe. Vom Trainsoldaten rückte er Zum Fliegerleutnant auf und vollbrachte hervorragende Leistungen, bis ihn der Tod, der ständige Begleiter jedes Fliegers, ans der.Lebensbahn warf. Sogar eia 62jähriger Jude, Paul Spiegel aus Chemnitz, trat als .Kriegsfreiwilliger beim bayerischen Luftschiff-Bataillon in München ein7 Spiegel ist heute nachweislich der Altmeister der deutschen Luftschiffahrl; seine Bedeutung liegt allerdings außerhalb des Kriegsslugzeugwesens. Don den vielen anderen erwähnen 'wir noch den Fliegerleutnaut Br. BetLsak, der als Berliner Referenbar'am 1. August 1914 als Kriegsfreiwilliger bei den Zietenhusaren eintrat, sehr bald an die Front kam, zum Eisernen Kreuz vorgeschlagen wurde, sich zur Infanterie meldete, dort bereits 1915 zum . Leutnant befördert wurde und schließlich auf mehrfache Gesuche Oktober 1916 zu den Fliegern kam. September 1617 erlitt er vor Laon bei der Rückkehr von einem Erkundungsflug einen tödlichen Absturz. Selbstverständlich sind Auszeichnungen und Beförderungen ... nicht allem die Gradmesser von Tapferkeit, Mut und Tüchtigkeit. Man darf nicht vergessen, daß ungezählte Soldaten gefallen sind, die vielleicht mindestens so tapfer und hingebungsvoll waren wie diejenigen, die mit dem Eisernen Kreuz geschmückt wurden oder die der Heeresbericht lobend erwähnt hat. Nicht jedem war es vergönnt, seine Tapferkeit in -einer weithin blinkenden Tat zu zeigen. Wer bei der Ausführung einer solchen Tat, z. B. eines gefährlichen, schr wichtigen PaLrouillenganges vorzeitig fiel, von dem kündet kein Mund und keine Feder. Für die OeffentlichkeiL können leider nur äußerliche Anerkennungen als Beweise von Tapferkeit und eines in Vaterlandsliebe sich hmgsbenden Lebens gelten. Das Bild bleibt daher lückenhaft; den hundert Fliegern, die Br. Teilhaber nur auß seinem Bekanntenkreise zusammerrgestellt hat, gesellen sich noch andere, und den vielen jüdischen Kriegern, die das Eiserne Kreuz I. Klasse erhalten haben, gesellen sich die vielen Ungezählten, denen es durch ungünstige Umstände nicht vergönnt war, ein äußeres Zeichen ihres Mutes zu erhalten. Viel jüdisches Blut ist auf den Schlachtfeldern geflossen, viele hoffnungsvolle Söhne sind im Lustkanrpf gefallen Auch den jüdischen Familisn Deutschlands sind viele Hoffnungen genommen, und Br. Teilhaber sagt mit Recht: „Die Tatsächlichkeit jüdischen Heldenmutes — auch im Dienste der Fliegerwaffe — bestreiten zu wollen, heißt ihr Andenken und ihr Grab besudeln." I. Sch. And Krtd dsch sZWst der Sünde bloH. Von der antisemitischen Agitation in Oesterreich haben wir schon wiederholt Proben gegeben, die zuweilen noch schlimmer waren als die bei uns zulande üblichen. Eines der ärgsten Hetz« bleiter, das bezeichnenderweise noch immer da§ Organ des