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Im deutschen Reich · 1919-02-01 · Heft 2 (Februar 1919) · p. 77

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 2 (Februar 1919)
Article
Jüdische Flieger im Kriege
Date
1919-02-01
Page
77 (sequence 2)
Language
German
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Jüdische Flieger Im Kriege 77 die kleine Arbeit von vr. Felix A. Teilhaber - Berlin ü bisch e Fli eg er im Kriege. Ein Blatt der Erinnerung" (Verlag Louis Lamm, Berlin. Preis 2,50 M.), obgleich sie nur einen -leinen Ausschnitt aus der Kriegertätigkeit der Juden wiedergibt. Aber dieser Ausschnitt ist bedeutsam und läßt einwandfreie Rückschlüsse auf jüdische Tapferkeit und jüdische Freiwilligkeit zu. Dr. Teilhaber, ein Soziologe, hat ben Krieg als Regimentsarzt mitgemacht und bei dieser Gelegenheit die Namen von rund hundert jüdischen Fliegern aus seinem Bekanntenkreise gesammelt. Schon diese Zahl dürste überraschen, da ja die Fliegerwaffe nur einen kleinen Bruchteil unserer Heeresmacht darstellte; sie muß noch mehr überraschen, da sie nur ein Teilergebnis bedeutet, weil viele üdische Flieger hier nicht mit ausgezählt worden sind. Jener antiemi'tische Abgeordnete, der in einem Zwischenruf im Reichstag die Existenz von jüdischen Fliegern bestritt („Zeigen Sie mir doch einmal einen jüdischen Flieger!"), hat in der Bevölkerung gewiß vielfach ein gläubiges und darum schädigendes Echo gefunden. Der Bor-wurf war genau so haltlos und unbegründet und verdächtigend wie so viele andere Vorwürfe gerade von solchen Antisemiten, die, wie z. B. der Lehrer und Reichstagsabgeordnete Heins-Cassel, im Schützengraben nie zu finden waren. Ohne der Infanterie zu nahe zu treten — der Fliegerbienst erfordert an sich einen ganz besonders hohen Grad von Mut und Tapferkeit. Im Schützengraben teilt man Entbehrungen, Leid und Gefahr mit vielen anderen. Der Flieger in seiner Maschine ist losgelöst von der Mutter Erde, losgelöst von Kameraden, ist auf sich selbst gestellt. Und auch das muß besonders betont werden: die Flieger sind freiwillige, nicht Zwangskämpfer. Nach der Behauptung" der Antisemiten sind nämlich die „paar Juden", die in den Schützengräben Zu finden waren, nur Mußkämpfer gewesen. Schon der Hinweis auf die oben erwähnten Kriegsauszeichnungen und Beförderungen, ferner die große Zahl von jüdischen Kriegsfreiwilligen straft jene Behauptungen Lügen. Den jüdischen Fliegern aber können die Antisemiten selbst beim schlechtesten Willen jenen Vorwurf nicht Zurufen, ohne in allen Steifen der Bevölkerung Gelächter zu erwecken. Dr, Teilhaber zählt in feiner flüssig geschriebenen, Herrn Geheimrat Eugen Fuchs gewidmeten Schrift die ihm bekanntgewordenen jüdischen Flieger mit Namen und Herkunft auf. Zum Teil werden auch ihre Bilder wi-edergegeben. Er schildert kurz ihre Tätigkeit und ihre Taten im Kriege und druckt auch amtliche Anerkennungen dieser Taten ab. Dutzende von Eisernen Kreuzen L Klaffe sind von Juden erflogen worden! Wir finden unter den jüdischen Fliegern nicht nur Intellektuelle und Kaufleute, sondern auch Handwerker. Ein Flugobermaat Rund aus Gleiwitz lebte bei Ausbruch des Krieges in Amerika und verstand es, sich auf kühne Art nach Deutschland durchzufchlagen, wo er als Marineflieger bei der Wasserflugstation in Seebrügge eintrat. Auch Max Holzinger, Sohn eines Fürther Fabrikanten, schlug sich nach Deutschland

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