Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1919-02-01 · Heft 2 (Februar 1919) · p. 75

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 2 (Februar 1919)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1919-02-01
Page
75 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2316602-2316888-2316890--29486-2355295
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die arische Abstammung Liebknechts 75 fen. Die antisemitischen Parteien (die Deutsch-nationale Volks- Partei hat es nur auf 34 Mandate gebracht) sind daher in der Nationalversammlung zur Emslußlosigkeit verurteilt; aber sie werden, da der parlamentarische Boden ihnen kein ersprießliches Feld bietet, um so stärker ihre Agitation entfalten; sie werden weiter den gesellschaftlichen Antisemitismus unheilvoll zu fördern bestrebt sein. Es muß leider zugegeben werden, daß es ihnen infolge ihrer riesenhaften und skrupellosen Agitation gerade in Groß-Berlin geglückt ist, eine über Erwarten stattliche Stimmenzah! zufammenzubringen. Das Preußische D r e i k l a s s e n h a u s war der Fels der Reaktion- Der Fels ist zertrümmert, die Klassenscheidewände niedergebrochen. Auch Preußens Tore sind setzt der Gleichberechtigung geöffnet. Die Wahlen zur Preußischen Nationalversammlung am 26. Januar haben zwar eine mattere Beteiligung der Wähler aufgewieseu; aber ihr Ergebnis ist im Verhältnis das gleiche wie das der Wahlen zur deutschen NaLioualversammlung. Auch im Preußischen Parlament haben setzt die Verfechter der Gerechtigkeit und Gleichheit aller Staatsbürger das entscheidende Uebergewicht. I. Sch. Abgeschlossen 39. Januar. Dis arische AbsLaMMKNg Liebknechts. Die Anrisemiren hören nicht auf, trotz all<w Dementis, Karl Liebknecht als Juden zu bezeichnen, um die Entrüstung über das Treiben der Spartakusleute auf die Juden abzulenken. Wir halten es deshalb für geboten, urkundlich die arische Abstammung Kar! Liebknechts nachzuweisen. Dal; Liebknecht väterlicherseits semitisches Bim in den Atwrn gehabt habe, mirö von niemanden behauptet, daaegen wurde, wahrscheinlich verführ; durch den Vornamen, versichert, daß Liebknechts Mutter, Natalie Reh, Jüdin sei; man sprach sogar von einer serdgchen Indira Bin Sttesüruder der Mutier Liebknechts, bescheinigt nunmeür folgendes: „Die Mutter des Abgeordneten Karl Liebknecht ist am 19. Juli' 1835 als das sechste Kind und die vierte Tochter des Landgerichrsadvokaten Theodor Reh (meines Vaters) und seiner Ehefrau Karoline aeb. Weidig, Tochter des Oberförsters Weidig und dessen Ehefrau Wilhelms ne 'geb. Lieblnechr, in Darmstadt geboren. Sie ist also meine Schwester aus der ersten Ehe meines Vaters, wahrend ich aus seiner zweiten Ehe stamme. Sie ist getauft und evangelischer Konfession. Die Eltern meines Vaters waren Hosgerichtsrat Reh und feine Ehefrau Friederike gsb. Draudt in Darmstadt. Irgendwelche jüdische Abstammung wird niemand Nachweisen können. Wir lassen noch in Abschrift nachstehende Dokumente folgen: Auszug aus dem Geörrrts- und TaufprotokoLLuche der vep.eiHgten errmrgelifchen SiviLgememde Darmstadt. „Im Jahre Christi achtzehuhundertsünfuwddreißig, den neunzehnten IM, nachmittags um drei Uhr, wurde nach geschehener glaubhafter An-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.