Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1919)
- Article
- Verband Groß-Berlin [Nachricht]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 40 (sequence 2)
- Language
- German
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40 Im deutschen Reich welche bedeutenden Aufgaben gerade setzt die „Berufsberatung deutscher Juden" Ijafa. In der hieran stattsiudeudeu Disknssion legte Rechtsanwalt Ido. Apfel der Versammlung eine Anzahl van Thesen vor. Die n;b* gültige Formulierung und Veröffentlichung wurde dem Vorstand überlassen. Nach einer längeren Diskussion, in der insbesondere Prof. Dr. L cwin , Rabbiner I)r. Mager H i l d e s h e i m e r, Dr. Paul Nathan und Rechtsamvalt Wertheim das Wort ergriffen, sprach Gcheimrat Fuchs zu der Resolution. Die endgültige Form, die in der Verftandssitzuug vom '89. Dezember 1916 noch einmal gemäß Beschluß der Mitgliederversammlung voin Vorstand durchberaten und genehmigt worden ist, lautet folgendermaßen: I. Die Versammlung der Berliner Mitglieder des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bedauert auf das tiefste, daß sich auch im neuen Dcutsehland heftiger Antisemitismus brcitmacht, der geeignet ist, Teutschlarid im Ansehen des In- und Auslandes aufs höchste zu schädigen. Dieser Antisemitismus ist eine untvürdige Antwort auf die zahlreichen Blutopfer der deutschen Juden iin Weltkrieg. Die Versammlung erwartet von ihren andersgläubigen Mitbürgern, daß sie die durchsichtigen antisemitischen Ablenkungsmanöver schuldbedecktcr und reaktionärer Kreise mit gebührender Verachtung zurllckweisen. II. Die Versammlung verpflichtet jedes Vereinsmitglied, mit allen Kräften für die Einheit des deutschen Reiches zu wirken. III. Die Pcrsaunnlung ernennt als Repräsentanten des deutschen Judentums nur Männer und Frauen an, die wirklich bewußte und aufrechte Juden sind, und lehnt es ab, verantwortlich gemacht zu werden für die Aeuszerungen von Politikern, die mit dem Judentum keine innere Gemeinschaft mehr haben. IV. Bei asten kommenden Wahlen stellt der Eenkralvereitt seinem Mitgliedern die Stimmabgabe frei. Der Verein erwarte! jedoch von seinen Mitgliedern, das; sie jedrnn Kandidaten die Stiuime versagen, der nicht restlos für die volle Gleichberechtigvng der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens nicht nur in Gesetzgebung, sondern auch in Verwaltung und für ihre Bewertung lediglich noch ihren politischen und menschlichen Fähigkeiten cintritt. Er erwartet ferner von den einzelnen Parteien, daß solche Kandidaten nicht ausgestellt werden, deren Wahl aufrechte jüdische Wähler nur unter Gewissenskonflikten zustimrnen können. V. _ , Die Versammlung erwartet, das; im notwendigen geistigen Kampfe innerhalb des deutschen Judentums die vaterländische!! Gefühle der überwältigenden Mehrheit der deutschen Inden geachtet werden. Sie erwartet ferner, das; der iuuersüdische Kauipf in einer Form geführt wird, der das Baud zwischen den deutschen Juden nicht zerreißt und eitle gemeinsame. Front gegen Angriffe von außen ermöglicht. VI. - Da damit gerechnet werden muß, das; die Vertreter der Staaken auf der Friedeiiskonfereuz infolge der tatkräftigen und zielbewussten Arbeit der Zionisten die den Inden gegenüber einzufchlagende Politik ausschliesilich oder vorwiegend nach nationaljüdifchen Gesichtspunkten betrachten werden, muf; die deutsche Negierung und müssen vor allem die Vertreter