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Im deutschen Reich · 1919-01-01 · Heft 1 (Januar 1919) · p. 19

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 1 (Januar 1919)
Article
Gefängnispfarrer und Rabbiner
Date
1919-01-01
Page
19 (sequence 2)
Language
German
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MSfängnispfarrer und Rabbiner 19 auZgesetzt ist. Ich werde hinfort die Augen aufhalten und bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit gegen den die Sittlichkeit des deutschen evangelischen Volkes zersetzenden Einfluß des Judentums ankämpfen, der sich mir in so grauenhafter Weise durch Ihr Schreiben offenbart hat. Ich werde es nie vergessen, daß das Judentum sich im Jahre 1918 schon so stark in Deutschland fühlte, daß es glaubte, wagen zu können, deutsche evangelische Schüler zu Denunzianten über.das,;vas ein deutscher evangelischer Pfarrer sie im evangelischen Religionsunterricht lehrte, zu mißbrauchen. Ich weise es als eine ungeheuerliche An m a ß u n g aufs schärfste zurück, daß ein jüdischer Rabbiner es wagt, einen deutschen evangelischen Pfarrer über das zur Rechenschaft zu ziehen, was er deutsche evangelische Schüler im evangelischen Religionsunterricht lehrt. Ich lege Ihnen zum Schluß die Frage vor, ob Sie einen Nichtjuden wissen, der die Laster des jüdischen Volkes schärfer gegeißelt hat wie die eigenen Propheten, wie Amos und Hosea. S ch m i d t, Gefängnispfarrer. Rabbiner Dr. Jacob hat darauf folgende zutreffende Antwort erteilt: Herrn Gefängnispsarrer C. S ch m t b t. . . . Ich habe Sie gefragt, ab Sie gewisse gehässige und verleumderische Aeußerungen über die Juden gemacht haben oder nicht. Anstatt mir darauf klipp und klar Rede und Antwort zu stehen, ergehen Sie sich in aufgeregten Ausrufungen, mit denen Sie vielleicht Ihre Verlegenheit bemänteln und mich einschüchtern zu können hoffen, aber lediglich eine wahrhaft betrübende Denkart offenbaren. Zunächst zur Sache. Ich habe Ihre Schüler nicht zu Denunziationen gemißbraucht. Ich kenne keinen einzigen Ihrer Schüler. Meine Wissenschaft stammt von meinen jüdischen Schülern, die sie von ihren christlichen Mitschülern hatten. Diese traten an sie heran und erzählten ihnen von Ihren Aeußerungen, indem sie sich sogar Material ausbaten, um Ihnen bei der nächsten Gelegenheit antworten zu könnet!, woraus Sie auf den Widerstand schließen mögen, den Sie an dem vorläufig noch unverdorbenen Sinn der Jugend fanden. Natürlich habe ich meinen Schülern die gewünschte Belehrung erteilt, wozu ich als ihr Religionslehrer und der berufene Vertreter und Verteidiger des Judentums, der ich als jüdischer Rabbiner bin, verpflichtet war, und habe obendrein in meinem Briefe an Sie die ungeheuerliche, in Ihren Angen, wie es scheint, mindestens an Majestätsbeleidigung und Landesverrat grenzende Anmaßung besessen, den deutsch-evangelischen Pfarrer zur Rechenschaft zu ziehen. Da Sie nun mit einer Antwort ausweichen, so soll Ihnen von einer anderen Stelle klargemacht werden, daß Sie mit dem Auftrag, den evangelischen Religionsunterricht zu erteilen, n i ch t die Vollmacht erhalten haben, die eine Konfession gegen die andere a u f z u h e tz e n. Leuten von Ihrem Schlage muß einmal gründlich beiaebrächt werden, daß wir in unserem deutschen Vaterlande weder in einem germanischen Raffennoch igt einem evangelischen Kirchenstaat, sondern in einer nationalen Gemeinschaft von Pflichten und Rechten leben, die weder Ragen noch Konfessionen noch Parteien kennen darf, und daß wir Juden gegen jeden, der unseren Anteil an unserem deutschen Vaterlande herabsehen "will, Vorgehen und nötigenfalls den gesetzlichen Schutz unserer verfassungsmäßigen Gleichberechtigung anrufen werden. Darum muß mir, um aus Ihre eigenen Ausführungen überzugehen, unverständlich sein, was Sie unter dem deutschen Volke verstehen, wenn Sie ihm das Judentum entgegensetzen. Denn wir deutsche Juden haben, wie gesagt, die Anmaßung, uns gleichfalls zum deutschen Volke zu zählen. Auch in diesem'Kriege haben wir in jedem Betracht unsere Pflicht gegen

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