Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1918)
- Article
- Juden und Freimaurer
- Date
- 1918-12-01
- Page
- 466 (sequence 3)
- Language
- German
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m Sin dentschen Reich in feinet Einheit und Einzigkeit verehren, trsn in gegenseitige? Hilfeleistung und in wahrer Bruderliebe gegen die Mitmenschen beharren, ausschließt, weshalb haben Fürst Salm-Horstmar und seine Gesinnungsgenossen sich erdreistet, die Juden mit den Freimaurern in einem Atemzuge zu beschimpfen? PauL M.ockiles. In diesem Zusammenhang möchten wir ans einem Aussatz von HLnerberg, „Zeichen der Zeit, Gedanken über die Angriffe gegen die Juden" aus der „Bauhütte" (21. September 1918) einiges wiedergeben. Ern kleines Erlebnis des Verfassers au? dem Lande zeigt, wie in unsinniger Weise die antisemitische Hetze betrieben wird und wirkt, tzünerberg erzählt: „Ich komme des öfteren mir einem Landmann hiesiger Gegend, der eine gute Schule besucht ha?, zusammen. Wir tauschen über wirtschaftliche und ethische Fragen unsere Ansicht aus. Zurzeit liegen natürlich die wirtschaftlichen am nächsten; über Wucher und Schleichhandel wurde bei unserer letzten Unterhaltung gesprochen. Auf meine Bemerkung, daß unrechterweise ein paar jüdisch klingende Namen durch die Presse gezerrt wurden, um Len Juden im allgemeinen etwas anzuhängen, die Landwirte dagegen, die doch fast ohne Ausnahme keine Juden sind, jetzt Eier für 0,89 bis i,— Mark, Butter für 15 bis 18 Mar! das Pfund, Kartoffeln für 25 Mark, Hafer 150 Mar? den Zentner (so ungefähr sind im Mitte! die Preise, die gefordert und auch bezahlt werden) verkaufen, erhielt ich zur Antwort das Schlagwort: „In den Adern der meisten Landwirte sließt jüdisches Blut, sie sind davon verseucht"; und au? meine zweifelhafte Miene setzte er hinzu: „nur sie wiffen es selbst nicht!" „Herr, vergib ihm!" dachte ich als Christ. Man sieht, mit welchen Mitteln gearbeitet" wird. Sie sind typisch und sollten auch den Blinden die Augen öffnen." tzünerberg rechnet dann ungefähr in dem Sinne, wie es in unserer Amschau des Jdi/August-Heftes"geschehen ist, mit dem antisemitischen Literatur-Historiker Prof. Bartels ab und rühmt dann im Zusammenhang mit Ausführungen über die Bevölkerungspolitik das Familienleben der Juden. „Dem Juden ist," so" schreibt er. „die Mutter seiner Kinder das Höchste auf der Welt, und da ihn selbst die ritualen Vorschriften zuw Priester des Hauses machen, so nimmt er wiederum im Kreise der Seinen eine besondere und geheiligte Stellung rot. Ich habe das jüdische Familienleben kennen gelernt und könnte unserem deutschen Volke nichts Schöneres wünschen, als dieses jüdische Familienleben auf das Christentum zu übertragen." Der Aufsatz ist die Wiedergabe eines Referates, dos der Verfasser in der Hamburger Loge „Zur Bruderkette" gehalten hat. Er hat cm Schluß folgende Leitsätze ausgestellt: 1. Die Mitglieder der Loge „Zur Bruderkette" in Hamburg nehmen mit Bedauern Kenntnis von den immer offener zutage tretenden und für die Zukunft die schwersten Sorgen für unser Vaterland erweckenden Angriffen gegen ihre jüdischen Mitbürger. 2. Die Mitglieder erkennen an, daß das Wohlergehen des Staates wie feiner Einwohner abhängig ist von dem Grundsatz: M8titia regnoium fund am ent um (Gerechtigkeit ist die Grundlage der Staaten). Z. Sie verabscheuen den „Antisemitismus", dessen Mittel zum Zweck an das Mittelalter erinnern, und der eine Schmach für unsere Zeit ist. 4. Sie halten es für ihre höchste Pflicht, durch Lehre und Beispiel, durch Wort, Schrift und Tat ihren Mitmenschen nach den erwiesenen Beußerungen unseres Bruders, des Kaisers Friedrich III., zur Erreichung der höchsten menschlichen Vollkommenheit zu verhelfen. Nach eingehender Beratung wurden die Leitsätze einstimmig angenommen. —