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Im deutschen Reich · 1918-12-01 · Heft 12 (Dezember 1918) · p. 453

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 12 (Dezember 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-12-01
Page
453 (sequence 3)
Language
German
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UrNschLL 45-3 polnischen Kommandanten von Przemysl, Oberstleutnants T o § a r z e w s k i, an die Bevölkerung mosaischer Konfession. Die Juden wurden darin aus-aesordert, bis spätestens 21. November 1918, 12 Uhr mittags, eine Kaution von drei Millionen Kronen zu hinterlegen, die im Falle von Ausschreitungen der jüdischen Bevölkerung verfallen sollte — zugunsten der Kasse des polnischen Militärs. Sollten sie jedoch, so heißt es in dieser Räuberproklamation, bis Zu diesem Termin nicht deponiert sein, „so werde ich meinen Soldaten den Auftrag erteilen, sich den Betrag von drei Millionen Kronen bet de? jüdischen Bevölkerung zu holen". Das ist eine amtliche Proklamation! Nicht ein Laternenpfahlanschlag irgentzeines dunk-erl Genossen von der Gasse, der abgelschuttelt werden kann, sondern die Erpressung und Drohung eines polnischen hohen Offiziers und Stadtkemmandanten! Wir haben auch noch nicht die schmachvollen Polnischen Plakat e i n W ar s ch a u vergessen, die unter den Augen der deutschen Okkupationsbehörde 3 Tage lang unbehelligt Zu Judenhaß aufreizen durften. Uebrigeus auch eine Schmach für den Geist des deutschen, jetzt beseitigten Regimes, das in die besttzten Länder Anhänger der Alldeutschen und Annexionisten setzte, die mit der „LdligZeir* ihrer grenzenlosen Aufgeblasenheit moral ische Eroberungen derart machten, daß sich in all den besetzten Ländern, sobald unser Schwert schartig wurde, der JngriAnn der Bevölkerung elementar gegen die Deutschen richtete. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß der deutsche GerMalgo-uverneur von Warschau, als es dort gefährlich wurde, bei Nacht und Nebel auf einem Dampfer Polens Hauptstadt verließ und das deutsche GesandrschLftspersonal, einschließlich Bureaudamen, empörenden Demütigungen und Beraubungen durch das ritterliche Polen überließ; ein Verfahren, das in einem Kreist von Pressevertretern von einem ehemaligen aktiven Offizier als Fahnenflucht bezeichnet wurde. Die Polen werden oergedlich ihre Dementier-Betriebsamkeit auftvenden, um sich von dem in Pogromen vergossenen Blut und der frühzeitig Verratenen bestialischen Gesinnung loszulösen. . Der Anfang des freien Polens ist nicht gerade ermunternd und wird auf viele, die vorher für das „gemarterte" Polen eingetreten waren, ernüchternd wirken. @ki>rg Brandes, der schon seit drei Jahrzehnten für die polnische Unabhängigkeit gekämpft hat, erklärt jetzt, daß tx seine HoFnung auf idle Polen als einfreiheitliebendes Volk völlig zusammenbrechen sthe. Auf der Friedenskonferenz werden die Pogrome, dessen Simen die Polen sicher fein, keine geringe Nolle spulen. * Auch In der Provinz Posen erwachten seit dem Zusammenbruch der deutschen Armeen au der Westfront antisemitische Instinkte. Aus einem posenschen Städtchen wurde mir geschrieben, daß mehreren Juden die Fensterscheiben ern-geschlagen worden sind. In einem späteren Briese wurde mir mitgeteilr. daß sich dorr eine Bür- Zerwehr Pim Schutz gegen Ausschreitungen gebildet habe, die aber nur aus Poleu bestehe. - Es herrsche nun Ordnung, doch habe man

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