Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1918-12-01 · Heft 12 (Dezember 1918) · p. 451

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 12 (Dezember 1918)
Article
Unsere Propheten und der Völkerbund
Date
1918-12-01
Page
451 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316876-2316887-2354901--29260-2355005
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Lmschau 451 Rudere deuWe Gesittung wurzelt nicht nur im Griechentum, sondern vor allem m der Bibel. Darum leben diese Gedanken in unserem deutschen Belke und vertragen sich gut mit aller echten Liebe zum Vaterlund-e. Tuch von diesen? Kriege gilt, was Kaulöachs geniale Meisterhand irr seiner HnmEmschlachL darstellt über den hrenieden miteinander ringenden Leibern rümpfen buch in den Lüften die Geister. Möchten die guten Geister der Verständigung, der Liebe und der Versöhnung siegen! rzwMLR. ' Am 25. Oktober hat der polnische Wgeordrrete Korfanty im Reichstag erklärt: „Das Gespenst des gemarterten Polens ging durch die ganze Welt. Das p o l n i \ ch e Soll, das stets allen V-ersOlgten Lnterkunft gernährt hat, 'wird kein anderes jemals unterdrücken." In Wirklichkeit gibt es schwerlich einen •mtületaiüeren Menschenschlag. Viele Kerrner behaupten auch, daß die Polen falsch seien. Ich habe achtzehn Jahre unter ihnen gelebt . und mutz es bestätigen, möchte aber hinzufügen, daß diele Falschheit eine Folge ihrer bisherigen politischen Lage war. Bo wie die Juden aus historisch-sozialer Notwendigkeit im wesentlichen ein Händlervsl! wurden, so griffen die Polen, gezwungen, in ihrem früheren Lande unter fremden Eroberern zu leben, aber im Herzen die Sehnsucht nach einem freien Polen, zur Verstellung. Auch diejenigen., die sich anscheinend ehrlich und hiedermännisch zu den Deutschen stellten, hielten nur die Krallen versteckt und warteten auf den Tag, an dem sie ihre Pranken wieder fest in das polnische Erdreich schlagen könnten. So verständlich diese politische Falschheit ist, so anfechtbar und verdammLnswert ist die JntoleranZ der Polen, für die schon das Kuriosum ÄGeichnend ist, daß den polnischen Landlenten eilige* redet wird, die Mutter Bottes im Himmelreich spreche polnisch. Aber die Polen rühmen sich obendrein ihrer Toleranz und stellen sie neben ihre sprichwörtliche „Ritterlichkeit". Eine äußerliche Ritterlichkeit! Polnische Emigranten erwiesen sich in Paris als interessante „Märtyrer" und galante Kavaliere, die entscheidenden Wert auf Formen legten, entzückende Sslonveröeugungen machten und theatralisch berauschende Handküsse schenkten. Die Franzosen rühmten diese RitterlichteiL und Paris war tonangebend. Aber auch Frankreich nennt sich ritterlich und zeigt sich, wenn es Zornig ist, von geradezu hysterischer ErausüMteit. Was Herr Korfanty behauptet hat, entspricht nicht der Wahrheit. Die Polenpolitik Preußens war schlecht, mar plump, bewegte sich im Zickzack, reichte bald Zuckerbrot und zeigte bald Strenge; aber gemartert wurden die Polen bei uns nicht. Me ehemals polnischen Provinzen Preußens kamen in Ordnung, entfalteten sich zu wirtschaftlicher Blüte, und der polnische., früher geknechtete Arbeiteruu'd Mittelstand wuchß aus der Armut in Kultur Md Wohlhaöen-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.