Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 11 (November 1918)
- Article
- Die Kundgebung des Centralvereins
- Date
- 1918-11-01
- Page
- 438 (sequence 12)
- Language
- German
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438 Im deutschen Reich In der Versammlung verlas der Vorsitzende auch ein Schreiben des Herrn Leonor Lewin, in dem es heißt: „Als ein Führer eine? aus freiheitlich-nationalem Boden stehenden Arbeiterorganisation, der H i r s ch- Duncker scheu Gewerkvereine, bin ich mir der Bedeutung der Stunde voll bewußt. Ich weiß, was für unser Vaterland und die deutsche Arbeiterschaft auf dem Spiele steht und weiß ferner, daß die Zukunft des deutschen Volkes nur dann gesichert ist, wenn alle Schichten der Bevölkerung^ ohne Rücksicht auf ihr "politisches und religiöses Glaubensbekenntnis, fest Zusammenhalten. Als Jude und Arbeiterführer erkläre deshalb auch ich aus innerster Ueberzeugung, daß ich es für die Pflicht jedes deutschen Staatsbürgers halte, das ehrliche Streben der Reichsregierung aus Herbeiführung eines Friedens, der mit der Ehre und der Sicherheit des deutschen Reiches vereinbar ist, nach besten Kräften zu fördern. Ich darf dies um so Leichter anssprechen, weil ich weiß, daß ich damit nur die Auffassung aller besonnenen Elemente in der Arbeiterschaft ausdrücke, insbesondere der jüdischen Arbeiter, mit denen ich in Fühlung stehe." MiLLeLlrmgerr der HarchtfLeRe für Berrrfsittfafnnü, der INderr. (Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SW., Lindenstraße 13. Oktober 1918. KsrrferenZ der ZrLlichen BsratungssteLerr. Am 6. Oktober fand im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die erste Vertreterkonferenz der jüdischen Beratungsstellen statt. Vertreten waren die Beratungsstellen Berlin, Beuthen, Breslau, Cassel, Chemnitz, Danzig, Dresden, Frankfurt a. M., Görlitz, Hamburg, Herford, Königsberg, Liegnitz, München, Posen, Stettin; ferner hatten der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Jüdische Frauenbund und der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Vertreter entsandt. In der Eröffnungsansprache begrüßte der Vorsitzende der Hauptstelle, Geweröerat P l o t k e, die Erschienenen und wies aus die Wichtigkeit der Berufswahl für die Juden gerade in dieser kritischen Zeit hin. Sie stellt einen ersten Versuch dar, jüdische Menschenökorwmie zu treiben. Ihre besondere Ausgabe ist die Nutzbarmachung von Kräften, welche die Gesetzgebung durch "Jahrhunderte eingeengt hat. Prediger G o! d m a n n - Herford referierte über die Tätigkeit und Aufgaben der örtlichen Berufsberatungsstellen. Er forderte die Heranziehung von Vertretern aller Berufe mtb die Förderung der Zuführung zu manueller Betätigung. Die Erschließung der mittleren und unteren Beamrenlaufbahn soll in bescheidenem Umfange angestreöt werden. Den Beratungsstellen soll ein" Stellennachweis ungegliedert werden. Die Z u k u n f t s a u f a a ö e n der Organisation skizzierte Rechtsanwalt Or. Baum- Berlin, der bei der Behandlung der einzelnen Berufsarten besonders auf die günstigen Aussichten der technischen Berufe hinwies. Die Aussichten der Juden in der Beamtenlaufbahn lasten sich noch nicht klar aöschützen; jedenfalls ist die Heranziehung von Kapitulanten und die Ueberführuna der Jude;: zur gehobenen Hausindustrie zu erstreben. Eine wichtige Aufgabe ist die Versorgung der jetzt berufstätigen Frauen nach Rückkehr der männlichen Arbeitskräfte. Rabbiner Dr. Kaelr. er - Danzig beantragte, durch geeignete Schritte eine Vertretung der jüdischen