Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 11 (November 1918)
- Article
- Die Kundgebung des Centralvereins
- Date
- 1918-11-01
- Page
- 437 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Kundgebung -des CentraLvereins m gewissen -LEn Gefühl diesen Stundru entge^engefehen; denn ich bin in den letzten Tagen mit guten Ratschlägen in anonymen Kurten, erregen Briefen, wohlmeinenden Lel^Phonanwusrn, 5rck>evoüen Vorwürfen bestürmt worden, die Versammlung Sicht ftarsfinden zu lassen, sondern vorsich ritz zu schweigen nn& die Mnge sich erst Linrna! entwickeln zu' lassen. Ich danke allen ,diesen Männern für ihrs Umsicht und für ihren outen Willen. Wer ihre Art Zu denken ist nicht unsere im Arbenscmsfchutz, Man soll nicht zu Bug sein wollen, sich nicht aus mehr als einen Stuhl setzen, sondern vertrauen, blaß ehrliche Ueöerzeugun-g für eine gerechte Meinung sich durchririgt. Dos BekennLnis der Treue zum BarsrlLnde urw Zur Glauöensgemetnjchsfr bedarf Sicht des Aufschubs um ein paar Wochen. Wir. find unverbesserliche Optimisten. Wären wir es nicht, so hätten wir nicht ein Lebenlang für Unsere GSbrubensgemKnschaft, für unsere Gleichberechtigung gekämpft, eim Kämpfen, das zuerst gcknz süsstchtlo-s erschien. Wir vertrauen auf die befreunde Dlvchr des Geistes, auf die Macht der-Ideenauf den Sregeszug des Rechts und der Gerechtigkeit. Ich habe die unerschütterliche Hoffnung, daß ausbembiutig^n Bölkerrtn-gen «ine größere Freiheit, eine edlere, bessere Zeit erblühen wird, daß aus dem Verhängnis die Gnade sich entwickeln wird, wie aus dem schweren Gewitter sich sine frischere, reinere Luft entwickelt. Die Ideen sind stärker als die Drahtzieher der Meen, die Logik der Tatsachen ist unerbittlicher als Absicht der Täter. SS gDt Kräfte, die das Böse wollen und das Gute schaffen, liefere FeirÄ>e hÄben das SelbDestimmungsrecht der Nationen in die Welt gesetzt, vieÜckcht nicht aus idealen Motiven, sondern um uns zu ^vernichten. Schon scheint es, daß wir für das, was wir verlieren, Änen ungscchnten Ersatz erhalten werben. Dann wird W-ch die Kraft, die das Böse wollte das Güte gegeschaffen haben. Nur Mei Mffge Jinfc möglich. Ist rdoS Sclöstbestrmmungs recht einmal in die Welt gebracht, uMd werden die Nationalitäten-sich trotz ichrSr wirtschaftlichen Unzulänglichkeit halten und erhaiten — ZLaüben Sie denn, daß eS tzalrmachen wird vor Irland, Aegypten, Persien, Afrika? Die Vorsehurtzg treibt mrs dann dre Deuffchösterreicher in die Arme. Oder aber däe Nationalitäten werden zu schwach sein; dann werden sich Koa-!iKonen -bilden, und da es mKenkbar ist, daß auch nach dem Niederlverfeu Deutschlands eine ewige Einkgkeir cher Entente forchestehen wird, dann wird sich entweder England ober Amerika, J-apan oder Rußland, die Südslcüven oder die Italiener um urchere BuiE-esgenossenschaft bemühen, wck! wir uns als die treuesten, stärksten Bundesgenossen erwiesen haben, die vier Jahre lang einer ganzen Welt getrotzt haben. Der Haß gegen uns Hat sie bisher gdeiörhgt. Ich glaube nicht, datz de^r Kriegskitt dt8e Friedensprode bestehen wiÄ>. Sehr bcM werden sie vielleicht sich um die Beute streiten. SchLimmerals der Znßerr.Fen^ erscheint' mir&er Innere ZwNespalr, der Bürgerkrieg. Bewahren wir den inneren Frieden! Ein 7 0 - M i ll i o rr e n - B s! k, das einig <kst, in dem Freiheit und Recht herrschen, Wird und kann nicht wntergehen. Ein eiüiiges, freies DeutschbnK) hat ewigen Bestand. Einiigkeit im’b Recht und FrÄlhsit sind des Glückes Urnrerpsanch. Wenn wir nach Einigkeit, Recht und Freiheit streben, dann werden wir uns 'selbst erheben, und unser Streben wird dem Vaterlaitd, der Jüdenheit, der Menschheit zum Setzen gereichen. Wir werden durch Nacht zum Licht kommen! Das walte der allmächtige Gott! (Stürmischer Beifall.)