Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 11 (November 1918)
- Article
- Das jüdische Problem
- Date
- 1918-01-01
- Page
- None (sequence 1)
- Language
- German
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BeiLsgs vor» 28» NsvsMbss 1918. Gegen eine Resolution, die die Berliner Zion istigfch e Verein i g u n g am 13. November gefaßt hat, wandte sich E)r. Paul dl all) an in der „Vossi scheu Zeitung" (vom 19. November). Er führte u. a. aus: Es wird verlangt: „Palästina als nationale Heimstätte für das jüdische Volk". Was ist eine Heimstätte? In der Zionistischen Literatur und auf zionistischen Kongressen ist nach heftigen Kämpfen dieser Begriff in HaLö- Diiafel gehüllt verblieben. Wenn -Heimstätte bedeutet, daß auch die Juden in Palästina ihr Heim mit gleichen Rechten wie alle anderen aufschlagen können, so ist nicht das geringste gegen solches Bestreben einzuwenden. Wenn „Heimstätte" aber bedeutet, daß dieses Wort verhüllend für den Begriff jüdisch-nationaler Staat gebraucht wird, so muß auf die Gefahren hingewiesen werden, die solchem Streben innewohnen können. — Ich kenne Palästina, denn ich bin wohl ein dutzendmatz für kürzere und für längere Zeit dort gewesen. Palästina ist zum ganz überwiegenden Teil von Arabern bewohnt; Palästina birgt die heiligsten Erinnerungsstätten des Katholizismus, des Protestantismus, der gesamten Christenheit der Welt. Der Fanatismus der Araber ist gerade in Palästina groß, und jene Christen, die in Palästina leben, sind gleichfalls viel von religiösen Empfindungen beseelt, die dem Fanatismus sehr nahe kommen. Es gehört nicht zu den Seltenheiten, daß sogar die Christen der verschiedenen Riten untereinander in blutige Krawalle geraten. Und so war es für die türkische Militärmacht nicht immer leicht, die Ruhe zwischen den verschiedenen Bekenn kniffen an den heiligen Stätten aufrechtzuerhalten, und heilige Stätten gibt es auch für die Mohammedaner in Palästina eine ganze Reihe. Daß hier die Juden die Herrschaft im Lande an sich nehmen, muß dazu führen, daß blutige Konflikte ausörechen werden. Wenn dann die Zionistische Vereinigung die tatsächliche Durchführung der vollen Gleichberechtigung der Juden in Deutschl a n d und die Behandlung der ausländischen Juden, die nach Deutschland kommen, genau nach den Grundsätzen fordert, die auch für ansländische Nichtjnden gelten, so ist das völlig selbstverständlich. Jeder wird diese Forderung billigen und den Männern und Parteien gegenüber, die heute die Macht in Deutschland darstellen, kann ein Zweifel an ihrer ehrlichen Zustimmung hierzu nicht auskommen. Sodann sollen die jüdischen Kultusgemeinden in „indische Volksgemeinden auf demokratischer Grundlage" umgewandelt werden unter Sicherung der Rechte von Minderheiten sowie Schaffung eines Reichsverb andes der indischen Bolksgemeinden als Vertretung >-<der jüdischen Volksgemeinschaft in Deutschland mit dem Recht der autonomen Regelung aller jüdischen'Angelegenheiten. Sofort entsteht die.Frage: Was find jüdische Angelegenheiten? . . . Vor allem im Erziehungswesen mit seinem weitreichenden Einfluß auf die künftigen Generationen kann damit eine tiefgreifende Scheidung zwischen Juden und Nichtjuden bleibend herbeigefi'chrr werden.