Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Article
- Das Synagogen-Sofa von Kuttenplan
- Date
- 1918-10-01
- Page
- 401 (sequence 6)
- Language
- German
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Zwei Eh reubi iese 401 Glaubensgemeinschaften ist ein Krnnkbeilszustond, der überwunden wird, der Friede ist der natürliche, gesunde Zustand, der sich sein Recht erkämpfen muß. Wir werden genesen vom Krieg nach außen und innen, das scheint uns der Blick 'auf den im Frieden gelagerten Ort zu verkünden — ist doch Marienbad Verheißung und Symbol der G e n e s u n g. Zwei EhreAhriefe. Zum Tode eineL „rechten Jfrcreliter". Der Oberarzt d. Nest u. Vataillonsarzt Dr. Fritz Lammfromm» ein Sohn des GroßkaufmannL Bernhard Lammfromm in Augsburg, ist im August d. I. im Lazarett an Len Folgen einer Verwundung gestorben.. Er hatte einen Kopfschuß erhalten, als er auf dem Kampffelde einen verwunderen Soldaten bergen wollte. Der Entschlafene hatte sich nicht nur Las Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse, sondern auch das österreichische goldene Verdienstkreuz am Tapferkeirsdaude und den Bayerischen MiliiLr-SaniLärs-Orden errungen, eine seltene Auszeichnung, die nur bei annähernd gleichen Voraussetzungen. wie der mit hem Adelstitel verbundene Max-Joseph Rirter-Orden verliehen wird. Der Kommandeur des Res.-Jnst- Regiments, Major Albert NrLLer von Beckh, hat irr der „Augsburger Abendzeitung" einen ungemein warmen Nachruf auf Len Entschlafenen deröffeullicht, er hat ferner an den Vater ein umfangreiches Schreiben gerichtet, aus dem wir folgende Sätze WWW arge den: Tieferschüttert und ilciheiümrnert spreche ich Ihnen und Ihrer wertgeschätzten Familie die aufrichtigste Teilnahme des Ossizierkorps zum Tode Ihres Herrn Sohnes, des Oberarztes Dr. Fritz Lammfromm, aus. Wir trauern um ihn als an: einen nnstrer Allerbesten, ja — ich weiß, daß ich damit viel sage, aber ich sage es aus tiefster ueöerzeugung; wir trauern um einen der bestell und edelsten Menschen, die diese Erde je getragen. Ich kann dieses Zeugnis getrost aussp rechen, denn die harte Kriegszeit ist ein guter Prüfstein aus den Wert uuh inneren Gehalt eines Menschen... Ueöerall zeigte cr gleich treffliche Eigenschaften: als Soldat, als Arzt und vor allem als Mensch. Als Soldat hebe ich vor allem hervor seinen Mut, seine bewundernswerte, geradezu fort reißende Tapferkeit. Auch das heftigste Granatfeuer, die größte Gefahr vermochte ihn nicht in der Erfüllung seiner Pflicht wankend zu machen; er ging sogar in den meistert Fällen weit über das Maß seiner Pflicht hinaus.. So ist er denn auch ein Opfer seiner Treue, feiner hohen und ernsten Pslichtanffassnng, seines Op-ermntes, seiner edTn Menschlichkeit geworden. Ich habe ihn in diesen dreieinhalb Jahren eigentlich nie anders als schassen, arbeiten, sorgen sehen. Und dabei war er von einer seltenen, geradezu rührenden Bescheidenheit. Dazu war er ein durchaus ehrlicher und aufrichtiger, ehrenhafter Charakter,, ein Mann, der an st stz i n Judentum etwas hielt und sich in diesem Punkte nie zu nahe treten ließ, so. versöhnlich und leicht umgänglich er sonst war. Ich selbst verliere in dem Gefallenen nicht nur einen hervorragenden Offizier und Arzt, sondern auch einen allzeit bewährten Kriegsaesährten, einen lieben, hochgeschätzten, treuen Freund, den ich ule vergessen kann.