Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · p. 396

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Article
Mecklenburg voran in Abschaffung des Judenleibzolls
Date
1918-10-01
Page
396 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2316602-2316876-2316885-2354630--29058-2354739
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Im deutschen Reich 396 lichen Notarius Johann Ludolf Hinuerting und dem Hamburger Bürger Eberhard Hagen mit seinem Etzd-e die Wahrheit dieses Vorfalls. Amptshalber wird ihm darüber ein Dokument ausgestellt „umb zu dienen, wo es nötig sein möchte". Nicht dreißig Jahre gingen ins Land, sondern 14, und es wird von dem Herzog Carl Leopold auf Ansuchen der Hofjuden nnd.Jubitterer Benedix Goldschmidt und Rüben Hinrichsen (des Sohnes Michel Hmrichsens, der 1710 gestorben war) die Befreiung aller Juden, ob arm, ob reich, vom Personalzoll wieder für 30 Jahre ausgesprochen, am 1. November (nicht 21. Nov.. wie Donath anführt) 1715. Nirgends findet sich in den Akten eine Spur, daß diese Abgabe wieder eingeführt worden wäre. So wird z. B. am 6. Juni 1754 für das Durchpass'ieren fremHer nichtprivilegierter Juden ein Gesetz erlassen, wonach der Hofagent Rüben Michel tzinrichson und der privilegierte Schutzm-de Nathan Aaron, für jeden einpassierenden fremden Juden Passi-erzettel für 8 Tage des Aufenthalts auszustellen beauftragt werden. Keinen Juden, der nicht mit solchem Schein versehen ist, darf der Stadtkommandant einlassen. Am 14.Juni 1763 werden die Synagogenvorsteher Philipp Aaron und Rüben Hinrichsen gnr Anstellung eines jüdischen Torwärters als Aufsehers für die einZulassenden fremden Juden (auf eigene Gefahr der Judenschaft) Veranlaßt. Von Zahlung eines Leibzolls ist hier nicht die Rede. So war also Mecklenburg, dem man so gern Rückständigkeit vorwirst, das erste Land, in welchem in so früher Zeit die entehrende Abgabe des Judenleibzolles abgeschaffr wurde. Diese Maßnahme ist ganz entsprechei-d der auch sonst schon im 18. Jahrhundert von den Fürsten und der Regierung mehr als in Giibcren Ländern geübten Toleranz. Das Sh«agoge«-Ssfa Vs« KEerrPlan. Von I. Land a IN O, milü praeter [tos referat si Jupiter annos! Viru ist Äeneis, VIII. 560. O, gab Jupiter mir Zurück dis vergangeneu Jahre! In ein waldrmchegles Tal gebettet, ruht Marienbad zu Füßen der grünen Höhen, von denen die Villen, die Palastähnlichen Hotelbanten so fröhlich herniederblicken. Drunten aber enrsvrudeln den Felsen die heilkräftigen Wunderguellen, die hier, in dieser Herrgottsapotheke, so reichlich strömen, Kräftigung, Genesung, Verjüngung spendend den vielen Tausenden, die aus allen Richtungen der Windrose ellsommerlich sich zusammenfinden, um hier ihren Jahresbedarf an Kraft und Frische sich zu holen. Etwas Gesundheit einzuhamstern, das wenigstens gilt noch nicht als sträfliches Vergehen in unseren Tagen der wilden Hamster-Treibjagd, in denen es so streng verpönt ist, seine Kinder zu nähren, die Leidenden zu stärken, in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.