Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Article
- Zum Andenken an Coßmann Werner
- Date
- 1918-10-01
- Page
- 377 (sequence 9)
- Language
- German
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Umschau 87? Macht liegt, zu tun, um Unheil und Unrecht zu verhüten, dafür zu sorgen, daß auch nicht im entfernteste» Anlaß zu Unrecht gegeben werde; und am Schlüsse siegt Lieder der unverwüstliche Optimismus, den wir so oft an Werner bewundern. Vom Centralverein hat Werner den Kampf gegen das Unrecht in aller Schärfe verlangt, dazu aber gefordert, daß auch die Kämpfer, d. hdie Gesamtheit aller jüdischen Menschen in Deutschland gestärkt, gehoben und in ihrem Charakter gekräftigt werden — nicht in ihrem religiösen Charakter; dazu bietet der Centralverein nicht die Plattform — wohl aber in ihrem politischen Charakter und Verantwortlichkeitsöewnßt» sein. Daher sein Kampf gegen charakterloses Auftreten, daher jiioqaje vEiicni ryrs reinoer ueui juuijajen merrgcvnsllnu'rrrcyi entziehen und dem christlichen zusühren, damit die Kinder ja entziehen und.dem christlichen zusühren, damit die Kinder ja nicht als Juden auffallen. Das Ghetto hat leider in vielen den Glauben an die eigene Minderwertigkeit anskommen lassen; dieser Glaube soll und muß getilgt werden. Ohne Einkehr keine Abwehr, ohne Kampf kein Sieg; das ist das Vermächtnis Werners an den Centralverein. Die Trauerrede für den Prinzregenten Luitpold schließt Werner mit einer Erzählung über den Tod des Königs David, der gern wissen wollte, wann seine Todesstunde schlagen würde. Es sei ihm prophezeit worden „am Sabbat wirst du sterben". Und er starb am Sabbat. Werner fügte an: „Der Sabbat ist die Zeit der Vollendung, wenn die Jahre der Arbeit zu Rüste gegangen sind. Auch unser Fürst starb, nachdem die Jahre der Arbeit ihr Ziel erreicht hatten. Die Engel der Erlösung trugen seine reine Seele in die Welt der Ewigkeit". Auch Werner wurde am Sabbat abgerufen . . . . Uns ist er ein früh Vollendeter; nach unserm unvergeßlichen Horwitz ist er uns allzufrüh genommen worden. Seine Gesinnung, seine Arbeit, seine Taten, seine Reden überleben ihn, sie stärken, sie erheben und segnen uns. Die vergangenen Wochen hallten von der politischen Offensive wider, die als Ergänzung zu den militärischen Handlungen gedacht war. Der Staatssekretär des Kolonialamts Br. Soli, ein König ohne Land, leitete sie mit einer vorzüglichen Rede ein, die einige rauhe Wahrheiten über den englischen Kanal sendete, im übrigen dem Weltgewiffen und der Friedenssehnsucht aller Völker warme und überzeugende Worte lieh. Es war ein Klang, der lange nicht gehört war und in dem haß-