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Im deutschen Reich · 1918-09-01 · Heft 9 (September 1918) · p. 328

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 9 (September 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-09-01
Page
328 (sequence 2)
Language
German
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323 Im dem ich Ln Reich groß, daß viele auf eine Schlappe nicht mehr gefaßt waren; besonders nicht nach den verlustreichen Schlägen, die der Gegnerin den vorangegangenen Kämpfen erlitten hatte. Es war ein Fehler, nicht mit Rückschlägen zu rechnen. Die Weltgeschichte weist keinen Heerführer auf, der immer nur gesiegt hat. Man braucht nur den Verlauf des Siebenjährigen Krieges zu lesen, um daran erinnert zu werden, daß auch das Genie Friedrichs des Großen Niederlagen, und zwar gefährliche Niederlagen, erlitt, die sich in ihrer Bedeutung gar nicht mit der im Verhältnis zum Ganzen geringfügigen Schlappe der Angusttage vergleichen lassen. Selbst im Osten, wo Hindenburgs Siege das despotische ttnm in Trümmer ' legen halfen, har es umfassende Rückzüge gegeben. Damals war unsere militärische Lage noch nicht so gefestigt wie heute, aber man hielt den Kopf hoch und verlor nicht die Zuversicht, und das war gut so. Dem Ab wird wieder das Aus folgen. Nun ist die Bevölkerung im fünften Kriegsjahr naturgemäß nervöser geworden. Die bange Frage, wie lange dieses entsetzliche Morden noch andauern wird, breiter öfter als früher ihre dunklen Flügel aus; und der Wunsch, daß bei den gegnerischen Staatsmännern Vernunft und Mitgefühl mit ihren eigenen Böllern endlich einkehren mögen, wird bei vielen zur Sehnsucht. An einen so überwältigenden Sieg einer Mächtegruppe, daß sie den Frieden nach Gutdünken diktieren und nach Belieben Länder an sich reißen könnte, glauben heute nur noch wenige. Das ist, was uns Deutsche anlangt, keine Schande, keine. Feigheit, keine Schwäche. Die Tatsache daß sich Deutschland schon durch vier schwere Jahre gegen eine io überwältigende Uebermacht in glänzender Weise geschlagen, daß es eine eiserne Mauer nach Westen tief ins Feindesland vorgeschoben und im Osten die stärkste Militärmacht und Rumänien zum Frieden gezwungen hat, ist ein Sieg, der ungleich mehr wiegt, als wirkliche Eroberungssiege unter anderen, leichteren Verhältnissen. Der Vernichtungswille der Gegner hat sich, obgleich sie weiße und schwarze Völkerschaften aus aller Welt gegen uns zufammenballten und der Hunger gegen uns ausgeboten wurde, nicht durchsetzen können. Darum sollte die Erkenntnis einsichtiger Kreise — es sei nur au die Briese Lansdownes erinnert — auch bei ihren Regierungen Eingang finden: daß es hohe. Zeit sei, an einen Verständigungssrieden zu denken, wenn nicht noch mehr der kostbarsten Güter an Blut, Kultur und Moral zwecklos vom Kriege zerfressen werden sollen. Bei a I. l e n Völkern schreit die Sehnsucht nach einem Ende des gräßlichen Geschehens! Noch tobt der Krieg weiter. Deutschland hat den sittlichen Grund auf seiner Seite: es ist zur blutigen Abwehr so lange

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