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Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 317

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
Friedenspflichten des Einzelnen [Rezension]
Date
1918-07-01
Page
317 (sequence 2)
Language
German
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Vücherschau BIT Bearbeitung ausgegeben. Jene Mächte, deren Einfluß im internationalen Verkehr Moritz Manheimer starken wollte, „Gerechtigkeit, Menschenliebe und Duldsamkeit", spielen ja in Wirklichkeit im Leben der Völker keine große Rolle, und auch der einzelne Bürger hat nur eine geringe Möglichkeit, den Frieden zu fördern. Die zahlreichen Versuche, durch Austausch von Professoren und Studenten, durch internationale Kongresse oder ähnliche Mittel den Frieden zu fördern, haben keine Ergebnisse gezeitigt. Der internationale Handel und Verkehr aber, von dem man eine Annäherung der Völker erwartete, hat sie mindestens ebenso sehr getrennt und erst recht entzweit, wie er sie verbunden hat. Das ist aller Welt und ebensosehr auch den Bearbeitern der Preisfrage bekannt. Sie sind trotzdem nicht verzagt und suchen in voller Kenntnis der wirklichen, geschichtlichen^ Welt dennoch nach dem Weg zum dauernden Frieden der Völker. Sie mochten auch dem einzelnen Menscher zeigen, wie er dabei mithelfen kann. Die Großloge für Deutschland hat nun die sechs gekrönten Preisarbeiten in einem Bande herausgegeben. Wir erhalten also nicht ein einziges umfassendes Werk, das die schwierige Frage nach allen Richtungen hin durchdringt und darstellt. Die Folge davon ist eine gewisse Zersplitterung. Das gleiche Thema wird sechsmal behandelt, und die gleichen Grundgedanken müssen sich notwendig wiederholen. Auf der anderen Seite werden dafür aber die Probleme auch von verschiedenen Standpunkten und von Männern mit verschiedenen Interessen, mit mannigfaltiger Lebenserfahrung behandelt. Das gibt dem Buch auch wieder einen großen Reichtum. Die.Arbeiten bieten große umfassende Gesichtspunkte, und doch auch gleichzeitig ihre Verarbeitung in gute Ratschläge zum Gebrauch in den Bedürfnissen des Alltags. Es seien hier namentlich die zehn Leitsätze angeführt, in denen I. E l b o g e n seine Ergebnisse zufammenfaßt: 1. Haltet Eure freundschaftlichen Beziehungen zum Ausland aufrecht. 2. Wahret dabei einen festen nationalen Standpunkt. 3. Seid in Eurem Verkehr wahrhaft. 4. Seid gerecht. 5. Haltet Euch von den Schlagworten dieses Krieges fern. 6. Haltet Euch fern von Rassedunkel. 7. Bringet den Verdiensten anderer Völker Dan? entgegen. 9. Wirket auf die Versittlichung der öffentlichen Meinung. 10. Wirkst auf die Veredelung von Presse und Politik. In dieser Weise wird mancher gute und brauchbare Hinweis gegeben, der von allen beherzigt werden dürfte, besonders von jenen Ständen, die, wie die Männer der Presse, in besonderem Maße auf die Beziehungen der Völker einwirken.—Die Arbeiten zeigen die Bedeutung von Kunst, 'Wissenschaft, Handel und Literatur und anderen Zweigen des Kulturlebens für die gegenseitige Stellung der Nationen zueinander. Die von Wilhelm Jerusalem „Zu den Menschen eben redet die Geschichte" liefert wichtige Bausteine zu einerphilosophischen Begründung der Hoffnung auf eine dauernde Völkerfreundschaft. Feine Beobachtungen aus dem Reiche der Literatur und der Kunst mit guten Hinweisen für die Praxis gibt Georg I. Plotke. Grundlinien eines sittlichen Völkerverkehrs der Zukunft zeichnet Immanuel Lewtz. Max Seber stellt die Richtlinien auf für „eine dauernde Sicherheit des internationalen Verkehrs," für die dauernde Beseitigung des Krieges. Max Golde zeigt in der letzten Arbeit des Buches „Qui vult pacem, para pacem" die Aufgabe, die dem Menschen von heute im Weltverkehr gestellt ist, „die vaterländisch? Bildung und Gesittung mit Geist und Herz treu aufzunehmen und in seinern Fremdoerkehr mit reinem, warmem Hauche wieder anszusirömen". Er beruft sich auf das große Wort, das der Kaiser im August 1916 gesprochen hat: „In gewissem Sinne hat jeder zivilisierte Mann Europas Teil an der Verantwortung des Krieges". Me Arbeiten werden von einem einzigen Grundgedanken beherrscht, von der alten messianischen Idee des Judentums. Ueber den Völkern erhebt

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