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Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 304

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
Statistik der Juden [Rezension]
Date
1918-07-01
Page
304 (sequence 2)
Language
German
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304 Im deutschen Reich das Werden und die Organisation, sowie die Leistungen des Bureaus schildern. Dauernden wissenschaftlichen Wert haben aber vor allem die Arbeiten des Professors Di*. Arthur Cohen, München: „Judenfrage und Statistik"; des Direktors des Großherzoglichen Statistischen Amtes in Darmstadt, Regierungsrat Knöpfet: „Die Statistik -er n b e n und die Statistischen Aemt.e r", sowie Arbeiten der Leiter der statistischen Bureaus in New-Uork, Kopenhagen, Amsterdam, ferner des statistischen Bureaus der Berliner Landes-Versicherungsanstalt über interessante Einzelheiten des Arbeitsgebietes. Allgemein interessiert, was M a r e tz k i über die „G e s u n d h e i t s v e r h ä l t n i s s e der Jude n" und Hanauer zur „Statistik im D i e n st e d e r j ü - d i s ch e n Gemeinden" beisteuert. Hanauer verlangt mit Recht eine wissenschaftlich einwandfreie Statistik, vor allem in den Großgemeinden, die für Schule, Gottesdienst, Wohlfahrtspflege und Befriedigung der rituellen Bedürfnisse der Gemenrdeangehörigen in Gegenwart und Zukunft zu sorgen haben. Steuer- und Stiftungswesen kann, wenn planmäßig vorgesorgt werden soll, der statistischen Grundlagen nicht entbehren. Wenn aber die Mittel- und Kleingemeinden sich und das Judentum erhalter wollen, werden auch sie ein planmäßiges Zusammenschlüßen auf diesem Gebiete auf die Dauer nicht verschmähen dürfen. Es sei nur darauf hinaewiesen, daß ausreichende Plätze für Glinde, Taubstumme, Tuberkulöse, Epileptiker, Sieche und auch für Verwahrloste nur beschafft werden können, wenn'die Notwendigkeit ihrer Unterbringung in Zahlen erwiesen, und wenn die nach dem Maße der Leistungsfähigkeit zu verteilenden Lasten statistisch festgestellt sind. Maretzki spricht eindringlich von den Nervenkrankheiten d e r I u d e n. Er weist darauf hin, daß die Geschichte der Juden erfüllt ist von Verfolgungen und Austreibungen; daß Haß, Verachtung, Kränkungen und Zurücksetzungen aller Art einen schweren Druck auf ihr Nervensystem ausüöen mußten, Inzucht und hereditäre Belastung sind keine günstigen Momente für die Gesunderhaltung der Rasse. Selbst die allseitig anerkannte Nüchternheit soll in ihrer Gegenwirkung nicht überschätzt werden: „Man ist nicht bloß von Wein trunken; auch Steine, Metalle, Stoffe erzeugen ihren Rausch." Die Statistik der Nervenkrankheiten der Juden spricht ein ernstes Wort. Der erfahrene Arzt schließt mit der Mahnung: „Anlehnung an der Natur, kein übertriebener Ehrgeiz, geduldiges Äbwarten, Bewegung in freier Lust, körperliche Arbeit sind wichtige Unterstützungspunkte gegen Neurasthenie und Hysterie." Werden so unsere Freunde in den durchaus volkstümlich, doch von ernster wissenschaftlicher Grundlage aus geschriebenen Aufsätzen des Bändchens reiche Anregung finden, so empfehlen wir die Durchsicht nicht minder unseren gewohnheitsmäßigen Judenfeinden. Sie werden vielleicht, sofern ne dessen fähig sind, in manchen Dingen die falschen Voraussetzungen ihrer Angriffe selber an den unwiderleglichen Zahlen amtlicher Statistik berichtigen. Vielleicht gibt ihnen die ständig steigende Zahl der Selbstmorde der Juden (6. 144) Veranlassung, darüber nachzudenken, ob den Juden ein den Neid herausforderndes Üeöermaß irdischer Glückseligkeit beschieden ist. Vielleicht zeigt ihnen auch die Tabelle S. 64, daß der jüdische Bevölkerungsanteil in Preußen von 1871, wo er 13,2 aufs Tausend betrug, bis 1010 ständig gesunken ist, um bei 10,4 aufs Tausend anzukommen, so daß von encm Vordrängen der Juden nicht zu sprechen ist. Vielleicht kommt der eine oder andere mit Dr. Ruppin schließlich zu der richtigen Ansicht, daß die Juden gewissermaßen das Barometer für die übrige Bevölkerung sind, und schon jetzt Zustände zeigen, die bei dieser erst in Zukunft zu erwarten sind (S. 19). Woraus dann folgt, daß die Übeln Eigenschaften, welche der kurzsichtige Beobachter den Juden als solchen nachsagt, wenn es überhaupt Fehler sind, ihnen als Stadtbewohnern, als Handeltreibenden,

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